
Jeder Franken hilft heilen, retten und vorbeugen
In unseren Spitälern in Kambodscha kümmern wir uns jeden Tag um 3000 kranke und verletzte Kinder. Wegen der Armut im Land sind die Behandlungen kostenlos und durch Spenden finanziert – ganz im Sinne der Gründer Beat Richner und Peter Studer.
Die Familie ist mit dem Motorrad zum Markt unterwegs, als sie im Verkehrsgedränge von einem Scooter gerammt wird. Vor allem die vierjährige Sakira verletzt sich beim Sturz schwer. Die Eltern bringen sie in unser Kinderspital, wo das Mädchen sofort untersucht wird. Nebst Prellungen und einer Gehirnerschütterung entdecken die Ärzte, dass der Oberschenkelknochen gebrochen ist. Damit die Enden wieder gerade zusammenwachsen, muss Sakira tapfer sein: Für zwei Wochen werden ihre Beine mit einem Streckverband unter leichtem Zug an einer Aufhängevorrichtung befestigt. Anschliessend bekommt sie für acht Wochen einen Gips, von der Hüfte bis zu den Knien.

Verkehrsunfälle nehmen in Kambodscha stark zu. Einerseits bewegen sich Kühe, Hunde und Hühner frei entlang der Strasse – das führt immer wieder zu Kollisionen. Andererseits werden die Strassen ausgebaut und können schneller befahren werden. «Jeden Tag behandeln wir zwanzig bis dreissig Kinder, die in einen Verkehrsunfall verwickelt worden sind», erzählt Prof. Dr. med. Keo Sokha, Vizedirektor im Spital in Siem Reap.
Unfälle passieren allerdings nicht nur auf der Strasse. Der Professor bleibt vor einem Bett stehen und spricht sanft mit einem Buben. Kry Mena hat zwei Fingerkuppen verloren, als sein Bruder eine Türe zuknallte. Seine Wunden werden hier im Spital bestens gepflegt. Aber Keo Sokha weiss, dass das Minderwertigkeitsgefühl am Zwölfjährigen nagt. «Wir werden ihn deshalb psychologisch begleiten und unterstützen.»

Unsere Kinderspitäler schreiben in Kambodscha eine unvergleichliche Erfolgsgeschichte. Seit dem Start 1992 haben wir über 22 Millionen verletzte und kranke Kinder behandelt. Wegen der nach wie vor grossen Armut im Land sind die medizinischen Eingriffe für alle kostenlos. Die Kindersterblichkeit ist seither kontinuierlich gesunken – von über 20 Prozent in den 1970er-Jahren auf heute 2,2 Prozent. Die Aus- und Weiterbildungen der einheimischen Mitarbeitenden werden bis heute mehrheitlich von Fachpersonen des Universitäts- Kinderspitals Zürich begleitet.
In den vergangenen drei Jahren haben wir nur 3,78 Prozent der Einnahmen für Administratives, Buchhaltung und Marketing aufgewendet. Jeder Franken hilft heilen, retten und vorbeugen. Ganz herzlichen Dank für Ihre wertvolle Unterstützung.
