Floristik: Wie man richtig ein Kränzchen windet

Herbstliche Farbenpracht und winterliche Kreationen: Im Kurs von Pro Senectute Kanton Luzern bringt die Floristin Sandra Fahrni-Bieri die Fantasie der Teilnehmerinnen zum Blühen. Sie lernen, Kränze zu flechten, gestalten Gestecke und merken beim Binden eines Blumenstrausses: Auch hier macht erst die Übung die Meisterin.

Text: Annegret Honegger; Fotos: Monique Wittwer

Vor dem alten Feuerwehrhäuschen am Rand des Gütschwaldes, wo früher die Luzerner Stadtarbeiter ihr Material lagerten, stehen Sträusse, Gestecke und Kränze zum Verkauf. Drinnen hängen getrocknete Blumen, Gräser, Ähren und Äste an den Wänden – eine Einladung für alle, die gerne etwas mit Naturmaterialien gestalten.

Wer dabei Inspiration und Unterstützung wünscht, besucht einen Kurs mit Floristin Sandra Fahrni-Bieri für Pro Senectute Kanton Luzern. Jeweils gegen das Jahresende gibt die Herrin des Häuschens und Schöpferin der ausgestellten Blumenkunst an vier Vormittagen in ihrer kleinen Werkstatt ihr grosses Wissen weiter.

Heute auf dem Programm: eine mit Birkenrinde verzierte Schale und eine mit Chrysanthemen besteckte Kugel. Sandra Fahrni-Bieri erklärt den Teilnehmerinnen alle wichtigen Handgriffe. Während die Hände arbeiten und nach anfänglichen Mühen immer geschickter werden, wird geplaudert und diskutiert.

Manche im Kurs haben bereits Erfahrung mit floristischer Gestaltung, andere wagen sich an etwas Neues. «Für mich ist dies ein cooler Einstieg in die Pensionierung», sagt Angela. Und Mo­nika ergänzt: «Das ist das Schöne am Pensioniertsein: Man hat Zeit und kann seinen Interessen nachgehen.»

Chrysanthemen, Christrosen, Erika und Co. sind die letzten Herbstboten der Natur vor dem Winterschlaf. Natürlich gäbe es auf dem Blumenmarkt auch in den kalten Monaten bunte Blumen aus fernen Ländern zu kaufen. Sandra Fahrni-Bieri verzichtet meist, weil sie möglichst mit einheimischem Material arbeiten möchte. Die getrockneten Pflanzen an der Wand sind ihr Vorrat: «Im Herbst bin ich ständig mit einer Baumschere unterwegs und sammle, was sich trocknen und in den Winter­monaten verwenden lässt.»

An den vier Kursmorgen vermittelt die Floristin wichtige Techniken ihres Handwerks. Die Teilnehmerinnen wi­ckeln etwa einen Kranz oder gestalten Gestecke. Auf allgemeinen Wunsch er­klärt Sandra Fahrni-Bieri heute, wie Floristinnen einen Blumenstrauss bin­den. Kinderleicht sieht dies aus, wenn sie mit ihrer Erfahrung die sogenannte Spiraltechnik demonstriert. Dabei legt sie mit einer Hand Blume um Blume schräg auf den wachsenden Strauss in der anderen Hand, den sie fortwährend dreht. Tatsächlich zeigt sich der Unter­schied zwischen der Meisterin und den­jenigen, die noch etwas Übung brau­chen, rasch. «Ich habe wohl zwei linke Hände …», seufzt eine Teilnehmerin beim Blick auf ihren Blumenwirrwarr. Um gleich anzufügen: «Freude macht es trotzdem.»

Mit Unterstützung der Kursleiterin dürfen am Ende alle einen gelungenen Strauss sowie ihre Schale samt Kugel­gesteck heimnehmen. Wer den Steck­schwamm regelmässig giesst, die Blumen über Nacht ins Freie stellt und das Wasser in der Vase fleissig wechselt, kann sich daran zwar nicht bis zum nächsten Frühling, aber sicher bis zur nächsten Lektion erfreuen.

Kreativ-Kurse bei Pro Senectute Kanton Luzern

Kreativität verschafft Momente von Glück und Erfüllung und kann sogar heil­sam wirken. Um die eigene gestalterische Ader zu entdecken oder zu pflegen, bietet Pro Senectute Kanton Luzern ein grosses Angebot an Kreativ-Kursen an. Im ersten Halbjahr 2023 sind dies Aquarell- und Acryl-Malen, Skizzieren, Töpfern, Fotografieren und Kalligrafie. Der nächste Floristik-Kurs findet voraus­sichtlich im Herbst statt.  Informationen und Kontakt: Pro Senectute Kanton Luzern, Bildung+Sport, Maihofstrasse 76, 6006 Luzern, Telefon 041 226 11 96, lu.prosenectute.ch/Freizeit

Angebote in Ihrer Nähe finden Sie bei Pro Senectute in Ihrer Region. Sämtliche Adressen stehen auf prosenectute.ch

Beitrag vom 16.01.2023

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