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Weniger für mehr

Stauden und Kräuter, Gräser und Rosen treiben nach einem Rückschnitt im Frühling wieder aus und wachsen danach dichter und gesünder nach.

Das richtige Werkzeug ist fürs Stutzen von Wiesen-Iris, Lavendel, Reitgräsern und Kletterrosen entscheidend. Zum Einsatz kommen Gartenschere oder Sichel. Mit Letzterer lassen sich Gräser büschelweise abschneiden. Wichtig für alle Gerätschaften: Die Klingen müssen scharf sein, sonst werden die Pflanzenstängel gequetscht.

Stauden stutzen

Je nach Staudenart kann schon sehr früh zurückgeschnitten werden: Die Wiesen-Iris sollte – je nach Lage – ab Ende Februar, auf alle Fälle aber kurz bevor sich das erste Grün des neuen Austriebs zeigt, eingekürzt werden. Bei Elfenblumen und Lenzrosen wird im Vorfrühling das alte Laub entfernt. So können sich die frühen Blüten zeigen. Hohe Arten der Fette Henne kommen an einem frostfreien Tag Ende März unters Messer, indem die vertrockneten Stängel zu einem bis zwei Dritteln gekappt werden. Astern knapp über dem Bo- den abschneiden, und zwar erst wenn kein Dauerfrost mehr zu erwarten ist. Dies gilt es auch beim Rückschnitt von Chrysanthemen zu beherzigen.

Kräuter kappen

Dem Thymian, einem verholzenden Kleinstrauch, werden die immergrünen Triebe um ein Drittel eingekürzt. Die Zitronenverbene wächst kompakter, wenn sie bis auf den Ansatz der neuen Triebe zurückgeschnitten wird. Bergbohnen- kraut, Lavendel, Salbei und Rosmarin neigen dazu, von unten her zu verholzen. Damit diese Halbsträucher nicht vergreisen oder gar auseinanderbrechen, kommen ein bis zwei Drit- tel der immergrünen Triebe weg. Darauf achten, dass beim Schneiden genügend junge Triebe mit den Blättern stehen bleiben. Geschnitten wird ab April, je nach Höhenlage Mai, wenn keine Nachtfröste mehr drohen

Gräser kürzen

Bei zeitig austreibenden Reitgräsern, die bereits im Vorfrühling Grün zeigen, werden die Halme des Vorjahres Anfang März ca. 10 cm über Boden heruntergeschnitten. Chinaschilfe und Rutenhirsen sind Langschläfer. Darum gilt für diese Arten: die schützenden Stängel des Vorjahres erst nach den letzten Spätfrösten, ebenfalls 10 cm über Boden, einkürzen

Rosen schneiden

Die Faustregel für den Rosenschnitt lautet: Wenn die Forsythien zu blühen beginnen, ist es an der Zeit. Zuerst werden alle abgestorbenen, kranken und beschädigten Triebe weg- geknapst. Geschnitten wird etwa 5 mm oberhalb eines Auges. Öfter blühende Edel- und Beet-Rosen können auf bis zu 15 bis 20 cm zurückgestutzt werden. Kletterrosen, die mehr- mals blühen, werden im Frühling um ein Drittel verkleinert. Moderne Sorten müssen gar nicht, einmal blühende Strauch- und Kletterrosen erst im Sommer geschnitten werden. So gestutzt können alle Gartenpflanzen mit neuem Schub in die Saison starten.

Buchtipps

«Das grosse Buch der Stauden», Ulmer-Verlag, E-Book CHF 25.–

«Kräuter richtig anbauen», Löwenzahn-Verlag, CHF 41.90

«Das grosse Ulmer-Rosenbuch», Ulmer-Verlag, CHF 32.–

Beitrag vom 08.02.2021
Christine Kunovits

ist Leiterin Redaktion und Verlag von «Bioterra». Vermutlich auch, weil selbst gezogene Cherrytomaten vor bald 30 Jahren ihre Liebe zum Gärtnern erweckt haben.
© Basil Stücheli