Die Okra schätzen ein warmes Plätzchen © mauritius images/ Anat Chantrakool

Hitze und Sonne – dieses Gemüse mag es heiss

Algiersalat, Erdbirne, Gemüse-Eibisch und Vulkanspargel haben nebst ihren ungewohnten Namen eines gemein – diese Gemüsearten trotzen dem Klimawandel.

Hitzeperioden können Gemüse und Salat in Stress bringen: Spinat beispielsweise schiesst in die Höhe, Stangenbohnen werfen ihre Blüten ab. Darum machte sich die deutsch-schweizerische Agrarjournalistin Eveline Dudda auf die Suche nach robusten Gemüse- und Salatalternativen. 45 Pflanzen porträtiert sie in ihrem neuen Buch.* Nachfolgend ein paar ihrer Tipps:

Drei, die den Sommer mögen

  • Der Algiersalat, der grosse Bruder des Nüsslisalats, stammt, wie sein deutscher Name vermuten lässt, aus Nordafrika. Er verträgt Hitze, keimt recht schnell und wächst fast überall. Auch im Hochbeet. Wichtig: Erntefrisch geniessen, denn lagern lässt er sich nicht. Samen gibts bei gruentiger.de oder regenbogenschmiede.net.
  • Gemüse-Eibisch, besser bekannt als Okra, wurde vermutlich in Äthopien erstmals vor über 3000 Jahren kultiviert und kann bis Frühsommer ins Beet gesät werden. Im Kübel (Ø 30 cm) pflanzt man Setzlinge ab Anfang Juni. Gegessen wird Okra gekocht, gebraten, getrocknet oder roh. Samen gibt es hierzulande bei zollinger.bio oder saemereien.ch.
  • Vulkanspargel, eine Varietät des Chicorée, wurde schon im alten Rom genossen. Von aussen gleicht er einem zu gross geratenen Löwenzahn. Seine Blätter schmecken bitter, sein spargelähnliches Inneres nicht. Am besten direkt ins Garten- oder Hochbeet säen, und zwar ab Ende Juni bis Mitte Oktober. Samen findet man bei saemereien.ch und select-samen.ch.

Noch mehr Robustes

Eveline Dudda empfiehlt ausserdem, es nächsten März mit Malabarspinat zu probieren. Er gedeiht auch in Hochbeeten, hat Wucherpotenzial und eignet sich «als vertikaler Raumteiler, da er recht dekorativ ist». Zu finden bei saemereien.ch. Ein weiterer Tipp: die süsse Erdbirne – Yakon genannt und bei zulauf.ch erhältlich. Sie kommt Ende März in den Boden, stellt keine Anforderungen, «ausser, dass man ihr genug Platz geben muss». Man kann sie roh essen, aber auch kochen, braten und frittieren. Als Drittes ist die Reismelde ebenfalls einen Versuch wert. Nicht zur aufwendigen Körnergewinnung, sondern wegen der rispigen Samenstände. «Diese lassen sich wie Gemüse zubereiten, schmecken knackig, nussig, ein bisschen wie Broccoli mit einer leicht bitteren Note.» Gesät wird Mitte März bis Mitte April, Samen gibt es bei keimzumpe.ch.

So exotisch manche dieser Pflanzen heute anmuten, hoffen wir, dass sie bei unseren Enkelkindern ganz selbstverständlich spriessen mögen! ❋


Beitrag vom 14.06.2021
Christine Kunovits

ist Leiterin Redaktion und Verlag von «Bioterra». Vermutlich auch, weil selbst gezogene Cherrytomaten vor bald 30 Jahren ihre Liebe zum Gärtnern erweckt haben.
© Basil Stücheli

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