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Phishing-E-Mails — perfide Schummelei mit KI
Mit der Unterstützung von künstlicher Intelligenz (KI) sind Online-Betrügereien raffinierter und viel häufiger geworden.
Text: Marc Bodmer
Vorbei sind die Zeiten, in denen ein «netter» Prinz aus Nigeria oder einem anderen fernen Staat einer Empfängerin oder einem Empfänger eines E-Mails Millionen vererbte und für den Transfer lediglich den Zugriff auf das Bankkonto wünschte.
Dubiose Mails, die heute Eingang auf den Computer finden, setzen aber nicht mehr in erster Linie auf Leichtgläubigkeit und Gier. Das sogenannte «social engineering», das gezielte Manipulieren von Menschen, um diese zu einer Handlung zu bewegen, bei der meist Geld oder Firmengeheimnisse die Hand wechseln, ist nach wie vor im Vormarsch. Laut dem «Phishing Intelligence Report 2024» der Cybersecurity-Firma Slashnext legte diese Taktik allein in der zweiten Hälfte von 2024 um über 140 Prozent zu.
Raffiniertere Methoden
Seit der breiten Verfügbarkeit von künstlicher Intelligenz (KI) sind die Methoden weit raffinierter geworden. KI-Programme, die nicht über die gängigen Einschränkungen verfügen, sammeln Daten über eine Person aus dem Internet. Auf diese Weise erstellte Profile dienen zum Verfassen von personalisierten E-Mails, in denen die Empfängerinnen und Empfänger namentlich angesprochen werden. Weiter kann Bezug auf Hobbys oder auf Aktivitäten genommen werden, die in sozialen Medien gepostet wurden. Und: Die Texte sind fast fehlerfrei. So wird Vertrauen aufgebaut. Oft werden oberflächlich glaubwürdige Links eingebaut oder QR-Codes. Erst wenn man mit der Maus darüberfährt – nicht anklicken! –, zeigt sich die wahre Online-Adresse. Achtung: Kleine «Fehler» in der Schreibweise wie www.microsott.com sind gängige Fallen.
Massnahmen ergreifen
Auch die Quantität wurde erhöht. Im letzten Halbjahr hat sich die Zahl von fortgeschrittenen Phishing-E-Mails verdreifacht! Während wöchentlich ein Angriff auf persönliche (Firmen-)Mail-Adressen erfolgt, trifft es Handy-Nutzende rund 600 Mal pro Jahr. Also was tun?
- Ein Code-Wort. Vereinbaren Sie mit ihrer Familie und engsten Freunden ein Code-Wort, das nur Ihnen bekannt ist. Im Zweifelsfall kann so bei der Person rückgefragt werden.
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- Misstrauisch sein. Lieber einmal ein Mail zu viel löschen, auch wenn der Absender vertrauenswürdig aussieht.
- Vertrauen Sie auf Ihr Bauchgefühl. Wenn etwas unerwartet kommt, zeitlich Druck aufgebaut wird – weg damit.
- Bei Online-Käufen eine verschleierte Mail-Adresse verwenden. Das Mail-Programm von Apple und verschiedene VPN-Programme (dazu in der nächsten Ausgabe mehr) bieten diese Möglichkeit.
- Ein Wegwerf-E-Mail-Konto erstellen. Wenn Sie Dinge online bestellen oder einfach mal ausprobieren wollen, dann hilft eine Mail-Adresse, die nur dafür verwendet wird. Eröffnen Sie ein Konto mit einem fiktiven Namen auf Google, GMX oder einem anderen Anbieter.
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