Sie treibt uns an, macht uns glücklich oder traurig. Und sie vereint. Davon zeugen unter anderem ein Gedicht, ein Fragebogen und ein Penis aus Stein.
Text: Maximilian Jacobi
28 000
Die Zurückweisung ist so alt wie die Liebe selbst, und der wohl älteste Dildo zählt 28 000 Jahre. Ob der 20 cm lange Phallus aus poliertem Schluffstein tatsächlich als Partnerersatz diente, ist unklar. Erst von Vasenmalereien der alten Griechen sind Sexspielzeuge unmissverständlich überliefert.
80 000 000
73
73 Prozent aller Schweizerinnen und Schweizer leben in einer Beziehung. Fast drei Viertel davon geben an, sehr zufrieden mit ihrer Beziehung zu sein. Männer sind mit ihrer Beziehung häufiger zufrieden als Frauen.
14
Das Arabische kennt 14 Begriffe für «Liebe», die von Zuneigung bis zur Selbstaufgabe reichen. Und es gibt das Wort «Ya’aburnee», was so viel wie «du begräbst mich» bedeutet – der Wunsch, vor der anderen Person zu sterben, weil ein Leben ohne sie unerträglich wäre.
4000
Vor etwa 4000 Jahren ritzte eine Sumererin oder ein Sumerer das älteste bekannte Liebesgedicht in eine Tontafel. Eine Kostprobe, frei übersetzt: «Ich weiss, wo ich deinem Körper Vergnügen bereite – schlafe, Mann, in unserem Haus bis zum Morgen.»
2
Wenn wir uns verlieben, schüttet unser Hirn zwei Hormone aus: Dopamin und Noradrenalin. Wegen ihnen fühlen wir das, was oft als «Schmetterlinge im Bauch» beschrieben wird. Dopamin stimuliert zudem dieselben Hirnregionen wie Kokain. Aus neurobiologischer Sicht hat Verliebtsein viel mit Sucht gemeinsam.
36
Nähe ist alles: Psychologen entdeckten 1950, dass Romanzen oft schlicht deshalb entstehen, weil zwei Menschen sich häufig begegnen. 1997 formulierten Forschende 36 Fragen, um emotionale Nähe zwischen Fremden herzustellen. Zwei Fremde heirateten nach einem der Experimente. (Die 36 Fragen finden Sie unten)
40 000 000
3
Die Herzen von Liebenden schlagen im Takt. Forschende baten 32 Paare, sich drei Minuten lang in die Augen zu sehen und massen ihren Puls. Vor allem die Herzfrequenzen der Frauen glichen sich denen ihrer Männer an.
1974
Wir verwechseln starke Gefühle mit Zuneigung, beispielsweise Angst mit Anziehung. 1974 zeigte ein Experiment auf einer Hängebrücke, dass Männer sich durch Gefahr stärker zu einer Frau hingezogen fühlten. Es könnte also hilfreich sein, wenn ein Rendez-vous an einer Klippe stattfindet.
1 + 1 = ∞
Der Mensch tendiert zur Monogamie: In festen Beziehungen hat unser Nachwuchs bessere Überlebenschancen. Wir lieben aber eher «seriell monogam», gehen im Leben also mehrmals Beziehungen ein. Die Kirche erklärte die lebenslängliche Ehe im 12. Jahrhundert zum Ideal.
2013
36 Fragen um sich näherzukommen
- Wen auf der Welt hättest du gerne als Gast zum Abendessen?
- Wärst du gerne berühmt? Auf welche Weise?
- Bevor du jemanden anrufst, überlegst du dir, was du sagen wirst? Warum?
- Was macht für dich einen «perfekten» Tag aus?
- Wann hast du zuletzt für dich selbst gesungen? Und für jemand anderen?
- Wenn du 90 werden und für die letzten 60 Jahre den Geist oder den Körper eines 30-Jährigen behalten könntest, was würdest du wählen?
- Hast du eine geheime Ahnung, wie du sterben wirst?
- Nenne drei Dinge, die du und dein Gegenüber gemeinsam zu haben scheinen.
- Wofür in deinem Leben bist du am dankbarsten?
- Wenn du etwas an deiner Erziehung ändern könntest, was wäre das?
- Erzähle deinem Gegenüber deine Lebensgeschichte in vier Minuten so detailliert wie möglich.
- Wenn du morgen mit einer zusätzlichen Eigenschaft oder Fähigkeit aufwachen könntest, welche wäre das?
- Wenn eine Kristallkugel dir die Wahrheit über etwas sagen könnte, was möchtest du wissen?
- Möchtest du schon lange etwas Bestimmtes tun? Warum hast du es noch nicht getan?
- Was ist die grösste Errungenschaft deines Lebens?
- Was schätzt du an einer Freundschaft am meisten?
- Welche ist deine wertvollste Erinnerung?
- Welche deine schrecklichste?
- Wenn du wüsstest, dass du in einem Jahr sterben würdest, würdest du irgendetwas an deiner jetzigen Lebensweise ändern? Warum?
- Was bedeutet dir Freundschaft?
- Welche Rolle spielen Liebe und Zuneigung in deinem Leben?
- Nennt abwechselnd eine positive Eigenschaft, die ihr an eurem Gegenüber wahrnehmt (fünf pro Person).
- Wie eng und herzlich ist deine Familie? Hast du das Gefühl, dass deine Kindheit glücklicher war als die der meisten anderen Menschen?
- Wie denkst du über deine Beziehung zu deiner Mutter?
- Macht jeder drei wahre «Wir»-Aussagen. Etwa: «Wir sind beide in diesem Raum und fühlen uns …»
- Vervollständige diesen Satz: «Ich wünschte, ich hätte jemanden, mit dem ich … teilen könnte.»
- Wenn du mit deinem Gegenüber eng befreundet sein möchtest, erzähle ihm oder ihr bitte, was für ihn oder sie wichtig zu wissen wäre.
- Sage deinem Gegenüber, was du an ihm magst; sage auch Dinge, die du vielleicht niemandem sagen würdest, den du gerade erst kennengelernt hast.
- Teile einen peinlichen Moment aus deinem Leben mit deinem Gegenüber.
- Wann hast du das letzte Mal vor jemandem geweint? Und wann allein?
- Sage deinem Gegenüber etwas, das du jetzt schon an ihm oder ihr magst.
- Worüber macht man keine Witze?
- Wenn du heute sterben würdest, ohne die Möglichkeit, noch mit jemandem zu kommunizieren: Was würdest du am meisten bereuen, jemandem nicht gesagt zu haben? Warum hast du es bisher nicht gesagt?
- Dein Haus gerät in Brand. Nachdem du deine Liebsten und Haustiere gerettet hast, bleibt dir noch Zeit, einen einzigen Gegenstand zu retten. Welchen? Und warum?
- Der Tod welches Familienmitglieds wäre für dich am schlimmsten? Warum?
- Teile ein persönliches Problem mit und frage dein Gegenüber um Rat, wie er oder sie damit umgehen würde. Bitte dein Gegenüber ausserdem, dir zu spiegeln, wie du dich bezüglich des gewählten Problems zu fühlen scheinst.
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Quelle: Arthur Aron et. al: «The Experimental Generation of Interpersonal Closeness: A Procedure and Some Preliminary findings