Was genau ist eine «sorgende Gemeinschaft»? Wie funktioniert sie und wer übernimmt welche Rolle? Eins ist sicher: Alle gewinnen.
Möglichst lange in der vertrauten Umgebung bleiben möchten die meisten. In Zeiten, in denen weniger Leute Angehörige in der Nähe haben und Fachleute händeringend gesucht werden, kann dies eine «Caring Community» fördern. Eine «sorgende Gemeinschaft» also, in der die Menschen einander unterstützen und gemeinsam Verantwortung für soziale Aufgaben übernehmen.
Am Projekt «Zäme stark in Sachseln» in Obwalden etwa, das Pro Senectute und die Gemeinde begleiten, beteiligen sich über 100 Freiwillige. Viele von ihnen sind pensioniert und schätzen ihr sinnstiftendes Engagement. Rund 25 nehmen als «Quartierpersonen» die Anliegen der Bevölkerung entgegen, organisieren Anlässe und machen Angebote bekannt.
Wichtig ist, zuerst zu erheben, welche Ressourcen es in einem Quartier oder einer Gemeinde gibt und welche Bedürfnisse bestehen. Holt man möglichst viele Interessierte und Partner ins Boot, können weitere Angebote und Aktivitäten entstehen, die für die Menschen vor Ort passen. In Sachseln etwa gibt es ein Repair-Café, Quartier-Apéros, einen Büchertausch, die Gesprächsreihe «Chumm verzell» oder Geburtstagsbesuche für ältere Menschen.
Kultur der Solidarität
Spüren die Leute, dass man sich für sie einsetzt, motiviert dies, sich auch selbst zu engagieren. So werden in der sorgenden Gemeinschaft vielfältige Beziehungen gepflegt und es entsteht eine Kultur des Vertrauens und der Solidarität. Die Menschen fühlen sich sicher und aufgehoben, ihre Lebensqualität steigt – weil sie Unterstützung erhalten und sich aktiv einbringen können.
Typisch für eine Caring Community ist auch, dass Profis und Freiwillige Hand in Hand arbeiten und sich gegenseitig entlasten. Die Aufgabe von uns Fachleuten ist es, die Freiwilligen zu koordinieren und sie bei Fragen und Schwierigkeiten zu unterstützen. Unsere Wertschätzung zeigen wir auch, indem wir regelmässig Austauschtreffen oder fachliche Inputs organisieren, etwa zum Umgang mit Menschen mit Demenz.
Finanzielle Entlastung
Eine Caring Community lohnt sich also – für die Menschen aller Generationen wie auch finanziell. Sie entlastet Angehörige, Fachpersonal und das Gesundheitswesen. Heimeintritte etwa erfolgen später, weil die Leute weniger einsam sind und länger zu Hause leben können. Jeder Franken, den die öffentliche Hand in eine Caring Community investiert, zahlt sich so um ein Vielfaches aus.
Nicht zuletzt macht die wachsende Zahl der Caring Communities auch Hoffnung für die Zukunft. In einer Welt, in der im Grossen manches aus den Fugen scheint, läuft zumindest im Kleinen vieles gut.![]()
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