
Darf man noch Fisch essen?
Ja, man darf. Aber am besten nicht mehr als zweimal pro Monat. Und es ist wichtig, beim Einkaufen ein paar Grundregeln zu beachten.
Für jeden Menschen auf der Erde werden jedes Jahr etwa 100 bis 200 Fische getötet. Nicht alle verspeisen wir direkt: Viele Fische werden in Zuchten verfüttert, als Beifang weggeschmissen, oder sie sterben als Kollateralschaden bei der Schleppnetzfischerei.
Die Überfischung ist für die Ökosysteme der Meere die grösste Bedrohung überhaupt. Knapp neunzig Prozent der kommerziell genutzten Fischbestände sind überfischt oder stehen kurz davor.
Fisch ist auch in der Schweiz beliebt – nicht zuletzt, weil er als gesund gilt. Neun Kilogramm pro Kopf und Jahr verzehren wir, für ein Binnenland ein erstaunlicher Wert. Und jedenfalls mehr, als die Weltmeere langfristig vertragen. Für eine nachhaltige Nutzung liegen leider nur ein bis zwei Fischmahlzeiten pro Monat drin. Deshalb geniessen Sie Fisch am besten als Delikatesse zu besonderen Anlässen.
Auf Raubfische verzichten
Bei der Frage «Welcher Fisch?» wird es etwas kompliziert. Wenn Sie es genau wissen wollen, empfehle ich Ihnen den Fischratgeber des WWF. Man kann sich aber auch an ein paar einfache Regeln halten:
- Vom beliebtesten Speisefisch, dem Lachs, lässt man am besten die Finger. Viele Wildbestände sind bedroht, und die Zucht ist mit viel Tierleid und Umweltverschmutzung verbunden. Generell ist von allen Raubfischen wie Thunfisch, Kabeljau oder eben auch Lachs abzuraten, da für ihre Ernährung viele kleine Fische sterben müssen.
- Empfehlenswert sind hingegen Zuchtkarpfen und -welse (z. B. Pangasius), ebenso Muscheln und Austern aus Zuchtanlagen. Bedenkenlos essen können Sie auch Wildfische aus Schweizer Gewässern.
- Kaufen Sie nur Fische mit Labels wie Bio, ASC oder MSC. Diese sind zwar nicht immer ganz zuverlässig, aber auf jeden Fall besser als nichts.
- Wenn Sie auf gesunde Fette achten, so probieren Sie es doch mal mit Algen: Diese haben eine ähnliche Fettsäurenzusammensetzung wie Fische. Kein Wunder, beziehen doch die Fische ihre Fette von den Algen, die sie fressen.
- Nebenbei: Manche Pflanzenöle wie etwa Leinöl gelten inzwischen als ebenso gesund wie Fischöl.
Mehr Tipps dazu, wie Sie die Umwelt schonen können, finden Sie hier.