
Eine Nacht im Zoo
Um in der Lewa-Savanne zu übernachten, muss man nicht nach Kenya reisen. Auch bei der kleinen Schwester im Zoo Zürich wird das Fernweh gestillt.
Text: Monica Müller
Ausflugsziel
Der Zoo Zürich bietet immer wieder Übernachtungen an, sei es in einem Zelt in der Lewa-Savanne oder in einer Jurte in der Mongolischen Steppe. Neue Daten für «Nachtwandeln» werden fortzu aufgeschaltet auf zoo.ch/de/erlebnisse. Die Nacht im Zelt kostet für vier Personen ab Fr. 545.–, Kinder dürfen ab sechs Jahren dabei sein. Der Zoo-Eintritt ist für den An- und Abreisetag inbegriffen.
Anreise
Mit dem Zug bis Zürich HB, Tram Nr. 6 bis Zoo. Von da sind es noch fünf Minuten zu Fuss zum Eingang.
Darum lohnt es sich
Die Zeit im Zoo fühlt sich an wie eine Reise weit weg. Das Erlebnis startet um 18.30 Uhr, wenn die letzten Besucher verschwunden sind, und so hat man den Zoo eine lange Nacht für sich. Zuerst bezieht die Gruppe von etwa 40 Personen ihre Zelte, dann findet eine erste Führung bei der Lewa-Savanne statt.


Wir lernen, warum die Nashörner aus Israel kommen (dort lebt eine der erfolgreichsten Zuchtgruppen für Breitmaulnashörner und die Zoos arbeiten eng zusammen), wie sie nach Zürich transportiert wurden (im Flugzeug, in speziell gesicherten, robusten Transportboxen) und warum sie die Perlhühner in Ruhe lassen (sie können mit ihren kurzen, steifen Beinen die Gräben nicht überwinden).
Und wir erleben, wie ihre WG mit den Giraffen, Straussen und Giraffen funktioniert. Wir erfahren auch allerhand darüber, wie Erdmännchen kommunizieren. So plappern sie während der Futtersuche unentwegt, damit sie stets wissen, wer wo ist. Bei den Nacktmullen lernen wir, dass sie wie Bienen oder Ameisen mit einer Königin leben, die das einzige fortpflanzungsfähige Weibchen der Kolonie ist. Die anderen Weibchen fühlen sich von ihr so gestresst, dass ihr Zyklus blockiert ist.
Mein Highlight
Wir haben Wetterglück und alle Tiere drehen draussen auf der idyllischen Anlage ihre Runden. In der Ferne brüllt der Tiger und plärrt der Pfau, während langsam die Sonne über der Savanne untergeht.



Das Abenteuer
Nach Sonnenuntergang gibt es eine weitere Führung zu den nachtaktiven Tieren. Wir entdecken die Hyänen in der Dunkelheit. Und lernen, dass Männchen die Zähne blecken, wenn sie sich den dominanten Weibchen unterwerfen. Sie grinsen nicht etwa. Beim Füttern der Stachelschweine ist übrigens Vorsicht geboten: Wir müssen das Gemüsestück sofort loslassen, denn die Stachelschweine beissen sich daran fest. Ziehen wir Gurke oder Karotte zurück, schwingen wir das Stachelschwein über die Abschrankung direkt in unsere Arme. Erst gegen 22.30 Uhr beziehen wir unser Nachtlager, manche sitzen noch um die Feuerschale, andere lassen sich schon auf die erstaunlich bequemen Feldbetten fallen. Nachts hören wir nur die Frösche quaken und schlafen wunderbar.
Wermutstropfen
Bereits um 7.10 Uhr müssen wir unser Nachtlager verlassen haben.
Verpflegung
Zum Abendessen gibt es Salat und feines Gemüse- oder Poulet-Curry, mit Blick auf Breitmaulnashörner und Grevyzebras. Der Zmorge wird im Zoo-Restaurant beim Eingang aufgetischt. Während die Kinder sich auf dem Spielplatz vergnügen, plaudern die Erwachsenen bei einem Kaffee. Zum Abschluss gibt es eine letzte Führung mit Stopp bei den Koalas, die ebenso müde und zufrieden scheinen, wie wir uns fühlen.
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