
Achtsamkeit: Ein Weg zu mehr Ruhe und Wohbefinden
Achtsamkeit ist zum Modebegriff geworden. Lucina Lanfranchi erklärt, was damit gemeint ist und wie wir im Alltag davon profitieren.
Wenn kleine Kinder eine Schnecke entdecken, richten sie ihre Aufmerksamkeit voll und ganz auf das Tierchen. Auch als Erwachsene erleben wir solche fokussierten Momente, etwa wenn wir völlig in der Arbeit oder der Natur aufgehen. Achtsamkeit bedeutet genau das: den gegenwärtigen Moment bewusst und ohne Bewertung wahrnehmen.
Im Alltag drehen sich unsere Gedanken jedoch meist nicht um die Gegenwart, sondern darum, was war oder vielleicht sein wird. Um möglichst effizient zu sein, erledigen wir vieles gleichzeitig. Unser Geist ist oft wie ein junges Hündchen, das einfach nicht still sitzen kann.
Selbstverständlich ist es wichtig, nachzudenken und zu planen. Doch viele Menschen leiden darunter, dass sie ständig grübeln oder sich Sorgen machen. Sie fühlen sich ihren Gedanken und Gefühlen ausgeliefert, können kaum abschalten und schlafen schlecht.
Achtsamkeit zeigt uns, wie wir bewusster präsent sein können und dadurch mehr Klarheit und innere Ruhe erleben. Natürlich nicht von heute auf morgen, sondern durch regelmässiges Üben – genau so, wie man einen Muskel trainiert.
Ganz im Hier und Jetzt
Am besten baut man Achtsamkeitspausen in den Tagesablauf ein. Versuchen Sie etwa, sich ganz auf eine alltägliche Tätigkeit zu konzentrieren wie Zähneputzen oder Kaffeetrinken. Sobald Sie beobachten, dass Ihre Gedanken abschweifen, kehren Sie freundlich und gelassen wieder zum Zähneputzen oder Kaffeetrinken zurück.
Auch unser Körper und unsere Atmung sind geeignete Anker, um uns aus dem Gedankenstrudel zurück ins Hier und Jetzt zu bringen. Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit gezielt darauf, wie Sie sitzen, stehen oder gehen. Oder konzentrieren Sie sich einige Minuten darauf, wie Ihr Atem ein- und ausströmt.
Solche achtsamen Momente verändern mit der Zeit unser Gehirn, das zeigen Studien. So können wir Gedanken und Gefühle immer besser selbst regulieren. Viele Menschen springen etwa automatisch auf den Gedankenzug auf, der einen direkt ins Land der Sorgen fährt. Achtsamkeit lehrt uns, innerlich Stopp zu sagen, einen Schritt zurückzutreten und mit etwas Abstand bewusst zu entscheiden, ob wir einsteigen oder unseren Fokus auf etwas anderes richten. Dabei geht es nicht darum, Negatives zu verdrängen, sondern es zu akzeptieren, ohne darin zu ertrinken.
Wege zu mehr Achtsamkeit gibt es viele, über Apps, Bücher oder Kurse. Wichtig ist, dass man dranbleibt. Denn so schnell wie eine Tablette wirkt die Methode nicht. Dafür führt sie ganz ohne Nebenwirkungen zu mehr Ausgeglichenheit, Wohlbefinden und Gesundheit.