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Hand und Hirn: Wie Stricken und Gärtnern unser Gehirn stärken

Handarbeiten und Tätigkeiten im Garten sind mehr als gemütliche Beschäftigungen. Sie beruhigen das Stresssystem, verbessern die Stimmung und helfen mit, das Gehirn ­anpassungsfähig und wach zu halten.

Meine Grossmutter sagte immer: «Beim Stricken ordne ich meine Gedanken.» Heute weiss ich: Sie lag goldrichtig. Ob Maschen zählen oder Erde durch die Finger gleiten lassen – diese Tätigkeiten beruhigen das Nervensystem, fokussieren den Geist und stärken unser Gehirn.

Unser Gehirn liebt es, durch geistig stimulierende Tätigkeiten gefordert zu werden. Dazu gehören nicht nur Kreuzworträtsel oder Gehirntraining, sondern auch kreative Tätigkeiten wie Stricken, Häkeln und Gartenarbeit. Unsere Hände sind eng mit dem Gehirn verbunden. Jede fein abgestimmte Bewegung beim Stricken oder Häkeln, jeder Griff in die Erde im Garten aktiviert grosse Bereiche des motorischen und sensorischen Kortex, das Kleinhirn sowie jene Hirnregionen, die für Planung, Rhythmus und Fehlerkorrektur zuständig sind. Das erklärt, weshalb feinmotorische Tätigkeiten nachweislich die Aufmerksamkeit verbessern, das Gedächtnis stärken und sogar das Risiko für geistigen Abbau reduzieren.

Stricken und häkeln sind hochkomplex

Wenn wir stricken oder häkeln, laufen im Gehirn hochkomplexe Prozesse ab. Wir zählen Muster, behalten Reihenfolgen im Kopf, erkennen Fehler und korrigieren sie – und das alles in einem rhythmischen Ablauf, der uns zugleich beruhigt. Diese Kombination aus Konzentration und Wiederholung ist Stärkung für die sogenannten exekutiven Funktionen (Konzentration, Regulation, Planung, etc.) und das Arbeitsgedächtnis.

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