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6848 Seiten Humboldt!

Die «Berner Ausgabe» des deutschen Naturforschers und Reiseschriftstellers Alexander von Humboldt vereint 1200 seiner Artikel aus dem 18. und 19. Jahrhundert  – aus 450 Orten.

Berner Ausgabe? Dabei war Alexander von Humboldt doch Berliner! Den schweizerischen Zusatz verdankt die am 2. September erscheinende Schriftensammlung einem Professor und einem Dozent der Universität Bern. Oliver Lubrich und Thomas Nehrlich haben mit einem internationalen Team die Texte Alexander von Humboldts, die in 15 Sprachen und 1240 Zeitungen und Journalen erschienen sind, in jahrelanger Arbeit zusammengetragen – gefördert vom Schweizerischen Nationalfonds. 

Fast alle dieser Artikel, die Humboldt über sieben Jahrezehnte verteilt schrieb, sind nun zum ersten Mal wieder gedruckt worden. «Sämtliche Schriften», so der Titel der Humboldt-Sammlung, umfasst zehn Bände, die es auf 6848 Seiten und 12 Kilogramm bringen. Darunter sind 750 Erstdrucke. «Sämtliche Schriften» wird in zwei Jahren auch digital verfügbar sein.

Auch eine Pinguinart heisst Humboldt

Alexander von Humboldt, 1769 in Berlin geboren, schrieb Aufsätze, Artikel, Essays. Der Berliner Naturforscher machte sich vor allem durch zwei grosse Expeditionsreisen einen Namen: Von 1799 bis 1804 bereiste er in Amerika die spanischen Kolonien und diagnostizierte etwa die Symptome der Höhenkrankheit. Er erforschte den Schalleffekt, den Meeresstrom, und die Pinguingart, die er in Peru entdeckte, wurde gar nach ihm benannt.

1829 folgte eine weitere Forschungsreise durch Russland und Sibirien. Er schrieb über Anthropologie ebenso wie zu Themen der Zoologie oder der Klimawissenschaft. Er äusserte sich aber auch zu politischen und gesellschaftlichen Themen. Oliver Lubrich beschreibt Humboldt als «Meister der kleinen Form».

Auch der letzte Artikel von Alexander von Humboldt ist zu dessen 250. Geburtstag in der Berner Ausgabe zu lesen. Er veröffentlichte ihn mit 90 Jahren, kurz vor seinem Tod, und hielt darin fest, dass man ihn bitte mit Gutachterfragen ebenso verschonen möge wie mit Autogrammwünschen, ganz zu schweigen von «Anerbietungen, mich häuslich zu pflegen, zu zerstreuen und zu erheitern».

Alexander von Humboldt: «Sämtliche Schriften», DTV Verlag, München. 10 Bände, 6848 Seiten, Richtpreis CHF 309.–, handnummerierte Vorzugsausgabe im Schuber zum Richtpreis von CHF 482.–

Beitrag vom 01.09.2019

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