Fragen an Olivia El Sayed, Spoken-Word-Künstlerin
Warum Olivia El Sayed gerne Britney Spears kennenlernen und wie sie den Tod überlisten würde.

Text: Jessica Prinz
Was wollten Sie als Kind werden?
Eigentlich die besungene Frau im Bon-Jovi- oder Aerosmith-Videoclip. In die Freundesbücher habe ich aber konsequent den eigentlich nachrangigen Berufswunsch «Detektivin» geschrieben
Wie verdienten Sie Ihr erstes Geld?
Mit meiner Freundin durfte ich für ihren Vater, den Dorfarzt, mit dem Velo Briefe verteilen. Jede so gesparte Briefmarke bekamen wir ausbezahlt.
Wer waren Sie und sind es nicht mehr?
Ich stelle mir mich so baumrindenmässig geschichtet vor, drum glaube ich, dass ich niemand überhaupt nicht mehr bin, die ich schon mal war.
Was würden Sie Ihrem jüngeren Ich gern sagen?
Dudi, mit 33 wird alles noch besser!
Welches bahnbrechende Ereignis der Vergangenheit hätten Sie gerne miterlebt?
Ich hätte wahnsinnig gern einmal Roxette live gesehen. Die Band prägte meine Kindheit.
Welche Regel haben Sie zuletzt gebrochen?
Ich versuche vor allem deshalb möglichst regelkonform zu leben, weil ich das Ertapptwerden so ein schlimmes Gefühl finde.
Womit sind Sie derzeit beschäftigt?
Schreiben, aufräumen, Übersicht behalten. Was ist fester Bestandteil Ihres Alltags? Liebe. Und das Suchen und Finden von Aufladekabeln und Notenmäppchen.
Was ist Ihnen völlig egal?
Wegweiser, Uhren, Autos und Betriebsanleitungen.
Was tun Sie gegen schlechte Laune?
Gefrorene Himbeeren mit Schokoladenüberzug essen. Und dazu die neusten Bilder vom Mond und der Erde bestaunen.
Was essen Sie, wenn Sie von einer langen Reise nach Hause kommen?
Butterzopf mit Honig.
Was können Sie besonders schlecht?
Besonders schlecht bis inexistent sind mein Orientierungssinn und mein Vermögen, räumlich zu denken. Dafür habe ich einen ansteckenden Hang zur Gemütlichkeit.
Gibt es einen thematischen Schwerpunkt in Ihrem Leben?
Aktuell: Die Jonglage aller Alltage, für die ich die Verantwortung trage.
Wenn Sie eine Zeitreise machen könnten, würden Sie in die Vergangenheit oder in die Zukunft reisen?
In die Vergangenheit zurückspulen, damit das Leben noch etwas länger dauert.
Welche Superkraft hätten Sie gerne?
Starkes Bindegewebe.
Wovon haben Sie genug in Ihrem Leben?
Pullis und Zuversicht.
Wen würden Sie gerne einmal kennenlernen? Warum?
Britney Spears. Ich träume oft, dass ich sie retten könnte.
Welche Erfindung würde die Welt verbessern?
«Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt er auch in dich hinein.» Das möchte ich für uns alle nicht, und deshalb wünsche ich mir eine strenge Regulierung des Internets.
Mit welcher Botschaft hätten Sie gerne mehr Sichtbarkeit? Fühlten sich alle genug geliebt, hätte niemand mehr das Bedürfnis, anderen ein Bein zu stellen.
Was kommt nach dem Tod?
Ich hoffe, das grosse, stille Nichts (mit einem klitzekleinen Guckloch gegen die Neugierde.
Olivia El Sayed
ist Autorin und Spoken-Word-Künstlerin mit einer Vorliebe fürs Jonglieren von Wörtern. Die 45-jährige Winterthurerin veröffentlichte drei Bücher und war mit ihrem Bühnenprogramm «0814 – Leben am Durchschnitt» schweizweit erfolgreich auf Tour. Neu moderiert sie gemeinsam mit Jennifer Bosshard den Coop-Podcast «coop.chind». Sie lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Zürich.
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