Fragen an Alenka Bonnard, Präsidentin von Pro Senectute

Warum Berlin Alenka Bonnards beste Ausrede war und was für sie nach Zuhause schmeckt.

Text: Jessica Prinz

Alenka Bonnard
© Jessica Prinz


Wer waren Sie und sind es nicht mehr?Diejenige, die sagt: «Die Nacht ist noch jung», wenn andere bereits nach Hause wollen.

Wie verdienten Sie Ihr erstes Geld?
Als Kind spielte ich mehrfach im Petit Théâtre de Lausanne mit, wo Kinderrollen tatsächlich von Kindern gespielt wurden. Das war damals keine Selbstverständlichkeit.

Welches war die beste Ausrede Ihres Lebens?
Meinen Eltern sagte ich, ich müsse nach Berlin ziehen, weil Deutsch für meine Karriere als Juristin essenziell sei. Die Ausrede war so gut, dass sie sich später als Wahrheit herausstellte.

In welchem Jahrzehnt wären Sie gerne jung gewesen?
Die 70er-Jahre hätten mich gereizt. Sie wirken auf mich wie eine Zeit voller Aufbruchsstimmung, kultureller Neugier und neuer Freiheiten. Gleichzeitig bin ich froh, meine Jugend in ­den 2000er-Jahren erlebt zu haben: ohne soziale Medien und mit viel Vertrauen in die Zukunft.

Wenn Sie Status, Job und Hobbys ausblenden – wer sind Sie?
Eine loyale Freundin, eine stolze und manchmal besorgte Mutter und vor allem ein neugieriger Mensch.

Was ist fester Bestandteil Ihres Alltags?
Gespräche, Zugfahrten, Lesen und Zeit mit meiner Familie. Und immer wieder der Versuch, unterschiedliche Welten und Perspektiven miteinander zu verbinden.

Was essen Sie, wenn Sie von ­einer langen Reise nach Hause kommen?
Etwas, das nach Zuhause schmeckt. Zum Glück kocht mein Mann ausgezeichnet: Im Sommer gibt es oft Tomaten mit Mascarpone nach Nadine Redzepi, im Winter eine wunderbare Avgolemono-Suppe. Und für den ganz unkomplizierten Heimkehrmoment reichen Brot, Butter und Cenovis völlig aus. 

Worin sind Sie besonders gut?
Ich erkenne oft Zusammenhänge, die auf den ersten Blick nicht sichtbar sind, und bringe unterschiedliche Perspektiven zusammen.

Worin besonders schlecht?
Tätigkeiten, die ausschliesslich aus Tabellen und Geduld bestehen.

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