© shutterstock

Im Alter daheim statt im Heim

Wer seine Wohnung oder sein Einfamilienhaus barrierefrei und altersgerecht umbaut, kann auch noch mit körperlichen Einschränkungen selbstbestimmt im eigenen Zuhause wohnen bleiben.

Das eigene Zuhause ist Heimathafen und Altersvorsorge zugleich. Die Raiffeisen-Studie «Wohnen im Alter» hat nach den häufigsten Gründen fürs Wohnen in den eigenen vier Wänden gefragt – die Ergebnisse überraschen nicht: günstig, gemütlich, ruhig und selbstbestimmt wohnen, unabhängig sein und die Wohnqualität geniessen. Die Befragung hat aber auch gezeigt, dass sich nur wenige Menschen rechtzeitig konkrete Gedanken darüber machen, ob und wie lange sie ihr Eigenheim behalten möchten oder können. Deshalb lohnt es sich, einen allfälligen altersgerechten Umbau frühzeitig zu planen.

Das eigene Heim auf Vordermann zu bringen, lohnt sich, denn die Wohnsituation hat einen grossen Einfluss auf die Lebensqualität, das Wohlergehen und die Zufriedenheit – in der zweiten Lebenshälfte mehr noch als in jüngeren Jahren. Denn im fortgeschrittenen Alter wird der Alltag früher oder später beschwerlicher. Vor allem dann, wenn sich das aktuelle Zuhause nicht als ideale Alterswohnung oder als optimales Eigenheim erweist. Spätestens wenn absehbar ist, dass in naher Zukunft die Beweglichkeit und Gesundheit nachlassen oder ein Partner z.B. durch einen Schlaganfall plötzlich pflegebedürftig wird, sollte man sich Gedanken über einen barrierefreien Umbau der Wohnung machen.

Es gibt viele Massnahmen, mit denen die Wohnung sicherer und altersgerechter gemacht werden kann. Aber ein Umbau oder eine Neumöblierung der Wohnung soll nicht nur zu mehr Sicherheit führen. Viele wünschen sich mit zunehmendem Alter auch mehr Komfort. Höhere Möbel erleichtern das Hinsetzen und Hinlegen, Sitzgelegenheiten und angepasste Küchenflächen können das Kochen erheblich bequemer machen. Sich zu Hause wieder wohlzufühlen – auch das ist für viele das Ziel eines Umbaus. Wie umfangreich dieser Umbau ausfällt, hängt von der ursprünglichen Ausstattung der Wohnung, den individuellen Ansprüchen des Bewohners oder der Bewohnerin und dem finanziellen Polster ab.

Eigen- oder Fremdfinanzierung

Vor allem bei grösseren Umbauten stellt sich rasch die Frage nach der Finanzierung. Soll der Umbau mit einem Teil des Vermögens finanziert werden oder braucht es eine Fremdfinanzierung? Auch Pensionierte erhalten noch eine Hypothek, sofern die Tragbarkeit gegeben ist. Eigenheimbesitzerinnen und -besitzer mit tief belehnten Liegenschaften haben oft ihr Vermögen zu einem grossen Teil in ihrer Immobilie investiert. Eine Aufstockung der Hypothek kann finanzielle Mittel freisetzen, um einen solchen Umbau zu finanzieren.

Die Banken kennen in der Regel bei der Vergabe von Hypotheken an ältere Kunden keine strengeren Regeln. Es wird immer die nachhaltige Tragbarkeit geprüft. Der unterschiedlichen Wertigkeit eines Pensionseinkommens (keine Sozialabzüge) tragen Finanzinstitute dahingehend Rechnung, dass bei der Kreditvergabe ein höherer Belastungsgrad möglich ist.

Das Alter stellt andere Ansprüche ans Leben und Wohnen. Natürlich kann man nach dem Auszug der Kinder im Haus wohnen bleiben und alles so belassen, wie es immer schon war. Wer aber klug ist und weitsichtig denkt, stellt die Weichen für einen Umbau rechtzeitig, solange er dafür noch Kraft und Energie hat.

Beratung wird auf die lange Bank geschoben

Je näher die Pensionierung rückt, desto intensiver beschäftigen sich Menschen mit ihrer Wohnsituation im Alter. Nur jeder Zehnte hat sich aber – laut der Studie «Wohnen im Alter» von Pro Senectute Schweiz und Raiffeisen – vor der Pensionierung schon einmal zur Wohnsituation im Alter beraten lassen.

Weitere Infos: RaiffeisenCasa.ch/wohnen55plus

Beitrag vom 10.08.2020