Drei Streaming-Anbieter für Fans von klassischer Musik im Vergleich.
Klassische Musik ist die dynamischste Form von Musik. Bewegen sich Rock und Rap in einem Bereich von 3 bis 6 Dezibel (dB), so flüstert und donnert ein Orchester mit einer Dynamik von 20 bis 32 dB aus dem Lautsprecher. Wer sich eine Live-Darbietung gönnt, kann eine unvergleichliche dynamische Wucht von 90 dB erleben. Diese beeindruckende Differenz lässt sich auf Aufnahmen nicht wirklich nachbilden. Aus diesen Gründen ist Klassik der von der digitalen Kompression am stärksten betroffene Musikstil. Dank Glasfaser- und 4G/5G-Technologie im (Telefon-)Netz ist diese Verdichtung heute aber nicht mehr nötig.
In Diskussionen über Klangqualität wird gerne Vinyl als das Trägermedium schlechthin portiert. Doch hier setzt die Physik den Möglichkeiten Grenzen. Die in die Schallplatten geritzten Furchen vermögen einen dynamischen Bereich von rund 70 dB wiederzugeben. Im Vergleich dazu wartet die bald verdrängte CD mit einem Radius von 90 bis 93 dB auf. Doch lassen wir die Nostalgiker-Debatte und widmen uns den aktuellen Streaming-Plattformen.
Hier trifft man verschiedene Formate an: MP3 und AAC sind stark komprimiert, brauchen weniger Platz, bieten aber auch schlechte Tonqualität. WAV/AIFF ist nicht komprimiert, frisst aber viel Speicherplatz. Das sogenannte Lossless-Format, auch FLAC oder im Fall von Apple ALAC genannt, bietet eine mit CD vergleichbare Qualität, benötigt rund die Hälfte des WAV-Speicherplatzes.
Qobuz: Das Non-plus-Ultra
Unter Musikliebhaberinnen, den sogenannten Audiophilen, gilt Qobuz als die Plattform der Wahl. Nicht nur werden über 100 Millionen Aufnahmen in Lossless/FLAC-Qualität angeboten, sondern die Künstlerinnen und Musiker werden deutlich besser bezahlt als bei gängigen Streaming-Plattformen wie Spotify oder Apple Music. Qobuz bietet auch Downloads. Qobuz kann während eines Monats kostenlos getestet werden, danach kostet ein Abo rund 15 Franken pro Monat.
Idagio: Der Fairplay-Anbieter
Der in Berlin ansässige Anbieter Idagio geniesst ein hohes Ansehen unter Puristinnen und Klassikliebhabern. Der Service bezahlt die Künstlerinnen und Musiker pro gehörter Sekunde statt pro Klick, was bei Klassik einen grossen Unterschied macht. Die über 2,5 Millionen Tracks werden im FLAC-Format angeboten und können auch heruntergeladen und offline genossen werden. Wer Idagio kostenlos testen will, hat 14 Tage Zeit, danach kostet das Abo 10 Euro im Monat.
Apple: Der grösste Katalog
Seit rund drei Jahren bietet Apple den eigenständigen Streaming-Service Appe Music Classical an, der für Apple-Music-Abonnentinnen ohne zusätzliche Kosten verfügbar ist. Hier finden Klassik-Fans den grössten Katalog – über fünf Millionen Aufnahmen – in Lossless-Qualität. Wer also bereits im Apple-Universum ist, erhält hier ein sehr attraktives Angebot. Dieses kann während eines Monats kostenlos getestet werden, danach schlägt es mit knapp 14 Franken pro Monat zu Buche.![]()