© zVg

Treten Sie in Kontakt

Schweizerinnen und Schweizer wissen wenig über Demenz. Sie begegnen demenzkranken Menschen im Alltag oft ratlos. Das muss sich ändern.

Sie kennen das: Ein Wort liegt Ihnen auf der Zunge, will Ihnen aber partout nicht in den Sinn kommen. Sie nennen Ihre Kinder im Eifer des Gefechts beim Namen der Geschwister und umgekehrt, Sie versuchen auf Französisch zu parlieren, doch da sind nur noch die englischen Ausdrücke in Ihrem Kopf. Unser Gehirn mag sich manchmal nicht alles merken und spielt uns kleine Streiche. Meist gehen wir mit einem Schmunzeln darüber hinweg. Was aber, wenn die Hirnfunktionen tatsächlich nachlassen?

In der Schweiz leben heute rund 155 000 Menschen mit Demenz, eine Zahl, die sich gemäss Prognosen bis 2040 verdoppeln wird. Das bedeutet, dass wir immer häufiger mit Personen konfrontiert werden, die desorientiert wirken, sich nicht sozialen Normen entsprechend verhalten, vergessen haben, warum sie an diesem Ort sind – also möglicherweise an Demenz leiden. Betroffen davon sind insbesondere Seniorinnen und Senioren.

Menschen, die an Demenz leiden, möchten so lange wie möglich selbstständig sein und sich im öffentlichen Raum frei bewegen – dies kann auch helfen, den Verlauf der Krankheit abzumildern. Der Verlauf gestaltet sich allerdings sehr unterschiedlich, was heute noch möglich ist, kann morgen schon zum Problem werden. So begegnen wir auf der Strasse, im Dorfladen oder im öffentlichen Verkehr möglicherweise Menschen, die auf unsere Hilfe angewiesen sind. Fühlen Sie sich in derartigen Situationen überfordert? Damit sind Sie nicht allein. Die gute Nachricht: Das muss nicht sein. Pro Senectute und Alzheimer Schweiz setzen sich dafür ein, dass mehr Menschen in der Schweiz über Demenz informiert sind – und sie Betroffene unterstützen können.

Am nationalen Aktionstag am 22. Januar 2020 werden zur Demenz-Kampagne #vollpersoenlich in Bäckereien, Kiosken und Tankstellenshops in der ganzen Schweiz zu einem «Kaffee to go» mit den von Freiwilligen gestrickten Cupholdern auch Memo-Infokarten abgeben. Die Karten erklären einfach und klar, wie wir mit Menschen mit Demenz in Kontakt treten und sie unterstützen können, wenn sie beispielsweise den Heimweg nicht mehr finden. Begleitet wird die Kampagne schweizweit im Januar von kurzen Videospots und Hängekartons mit den Memo-Infokarten in diversen Verkehrsmitteln. Die Botschaft: «Hol Dir Deinen persönlichen Cupholder. Demenz ist kein Tabu. Gemeinsam setzen wir ein Zeichen.» In diesem Sinne: Überwinden wir unsere Hemmungen, unterstützen wir demenzkranke Personen und ermöglichen es ihnen, so lange wie möglich am sozialen Leben teilzunehmen. ❋

Unterstützung und Hilfe

Auf www.memo-info.ch finden Sie hilfreiche Informationen rund um das Thema Demenz und diverse Unterstützungsangebote für Betroffene und Angehörige.

Beitrag vom 14.01.2020
Peter Burri-Follath

Leiter Marketing und Kommunikation und Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung.