© Manuela Furger

«Demokratie ist im Orchester ein gefährliches Wort»

An den Fraumünsterkonzerten im November dirigiert Jonas Ehrler das Schweizer Jugend-Sinfonie-Orchester. Der 33-Jährige über Nervosität, Fehler und seine Macht am Pult.

Interview: Maximilian Jacobi

Herr Ehrler, mir als Laie kommt Dirigieren immer ein bisschen vor wie Ausdruckstanz. Liege ich da falsch?
Bei Ausdruckstanz denke ich an jemanden, der Musik hört und darauf mit Bewegung reagiert. Meine Bewegungen gehen dem Klang voraus. Wenn ich einen Einsatz gebe, dauert es nur ­einen Moment, bis das ganze Orchester reagiert. Da wird mir immer bewusst, wie sehr ich den Klang vorbereite. Natürlich muss ich auch hinhören, voll im Klang sein, voll ver­bunden mit den Musizierenden. Im Kopf bin ich jedoch immer einen Schritt voraus.

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