Bäume kommunizieren miteinander, füttern ihren Nachwuchs, wachsen vor allem bei Nacht und produzieren Stoffe, die gegen Krebs helfen könnten. 10 Dinge, die sie über die Holzgewächse noch nicht wussten.
1997 entdeckte die kanadische Forscherin Suzanne Simard, dass Bäume mit Hilfe eines unterirdischen Netzwerks aus Pilzen miteinander kommunizieren. Über dieses «Wood Wide Web», das eine Symbiose mit ihren Wurzeln eingeht, tauschen sie Nährstoffe und Wasser aus und warnen sich gegenseitig vor Fressfeinden. Alte Bäume unterstützen gezielt junge Keimlinge, die in ihrem Schatten wachsen, indem sie sie mit Nährstoffen versorgen.
Alte Knacker
Als ältester lebender Baum der Schweiz gilt eine Eibe in Crémines BE. Als der Baum vor 1500 Jahren aus einem zarten Keimling heranwuchs, brach gerade das weströmische Reich zusammen. Eine auf den Namen «Methuselah» getaufte Grannenkiefer in den White Mountains (Kalifornien) soll sogar 4850 Jahre alt sein.
Baum-«Drogen»
Dass ein Spaziergang im Wald so beruhigend wirkt, liegt an den harzig riechenden Terpenen, die Bäume absondern, um sich gegen Schädlinge, Bakterien oder Pilze zu wehren. Auf den menschlichen Organismus wirken sie sich positiv aus. Sie stärken das Immunsystem, senken den Blutdruck und das Stresshormon Cortisol. Erste Studien deuten sogar darauf hin, dass einige Terpene Tumorzellen abtöten könnten.
Kühlfaktor
Unter einem grossen Baum kann die gefühlte Temperatur 10 bis 15 Grad kühler sein als an der prallen Sonne. Die tatsächliche Lufttemperatur sinkt um 3 bis 6 Grad. Das liegt nicht nur am schattigen Blattwerk, sondern auch an der Verdunstungskälte. Ein grosser Baum «schwitzt» an heissen Tagen Hunderte von Litern Wasser aus.
400 pro Kopf
Laut einer «Volkszählung der Bäume» unter der Leitung der Yale University im Jahr 2015 gibt es über 3 Billionen Bäume auf der Welt. Das sind rund 400 Bäume pro Mensch. Allerdings hat sich die Zahl der Bäume seit Beginn der menschlichen Zivilisation beinahe halbiert.
Nachtaktiv
Bäume wachsen hauptsächlich nachts, mit einer Wachstumsspitze nach Mitternacht. Das haben Wissenschaftler der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) herausgefunden. Sie vermassen dafür acht Jahre lang stündlich 170 Bäume in der ganzen Schweiz.
Bäume der Erkenntnis
Bäume haben kein Gehirn, können sich aber trotzdem an vergangene Stresssituationen «erinnern». Sind sie wiederholten Dürreperioden ausgesetzt, schliessen sie die Poren ihrer Blätter früher, um möglichst wenig Feuchtigkeit zu verlieren.
Der Kleinste
Mit etwa zehn Zentimetern ist die Krautweide der kleinste Baum der Welt. Sie wächst in den Alpen. Der «Stamm» ist meist im Erdreich oder einer Felsspalte verborgen. Nur die «Baumkrone» ist von aussen sichtbar.
Der Grösste
Der Küstenmammutbaum «Hyperion», tief im kalifornischen Redwood National Park, ist 116,22 Meter hoch. Um den Baum zu schützen, sind Besuche strengstens verboten.
Klimabäume
Viele Bäume im städtischen Raum sind an den Klimawandel schlecht angepasst. Deshalb werden jetzt neben hitzeresistenten einheimischen Arten wie Feldahorn oder Hainbuche auch Sorten wie der Europäische Zürgelbaum, der Lampionbaum oder der Persische Eisenholzbaum gepflanzt.
Quellen: Schweizer Bauer, Nature, Deutsche Gartenamtsleiterkonferenz (GALK), earthday.org, Greenpeace, Greenleaf.
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