Porträt(s) einer Schweizer Firma

Die Fotografin Barbara Davatz porträtierte 1972 die Belegschaft einer Appenzeller Textildruckerei. Nun sind die Bilder im Textilmuseum St. Gallen zu sehen.

«Frieda Oertle» oder «Max Guerra» heissen die Bilder schlicht. 1972 bat die Schweizer Fotografin Barbara Davatz die Angestellten der Textildruckerei und Zwirnerei H. Walser AG in Zürchersmühle AR vor die Kamera. 38 Frauen und Männer liessen ihre Arbeit einen Moment ruhen und posierten für Fotos mitten aus dem Arbeitsalltag. Die Porträtserie ist ein ungeschminkter und authentischer Blick hinter die Kulissen, der durch seine ruhige Sachlichkeit von sozialem Engagement wie auch von Offenheit und Respekt zeugt.

Max Guerra © Barbara Davatz
Frieda Oertle © Barbara Davatz

Damals waren die Fotos eine Reaktion auf die sogenannte «Schwarzenbach-Initiative» von 1968, welche die Schweiz vor «Überfremdung» schützen wollte, indem der Anteil der ausländischen Bevölkerung in jedem Kanton die 10-Prozent-Hürde nicht hätte überschreiten dürfen. Doch die Porträts sind als Momentaufnahmen unterdessen zum Zeugnis einer vergangenen Arbeitswelt geworden. Sie reflektieren Fragen von Identität, Zugehörigkeit und Menschlichkeit, die über ihre Zeit herausweisen und uns auch heute beschäftigen.

«Porträt einer Schweizer Firma»: noch bis am 28. Februar 2027 im Textilmuseum St. Gallen


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Beitrag vom 02.08.2026

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