© Museum Burghalde Lenzburg

Saubere Sache Leserangebot

Wer Lust und etwas Glück hat, kann sich schon bald kostenlos durch die Sonderausstellung «Saubere Sache» des Museums Burghalde Lenzburg führen lassen. Darin werden die wechselreichen Geschichten der Seife und der Hygiene nacherzählt.  

Die Ausstellung des Museums Burghalde in Lenzburg hat sich gewaschen: Bis Herbst 2021 führt die Sonderschau «Saubere Sache» durch die wechselreiche Geschichte der Seife – und damit durch die verschiedenen Kapitel der Hygiene. Deren Karriere begann vor 4500 Jahre im südlichen Mesopotamien und erreichte – dank Corona – vor kurzem einen neuen Höhepunkt. Leserinnen und Leser der «Zeitlupe» erhalten die Möglichkeit, in die Geschichten und in die Geschichte einzutauchen. In exklusiven Führungen werden sie durch die wichtigsten Kapitel der Sonderschau geführt (Details siehe Box). 

Unsere Hände sind von 10 Millionen Keimen besiedelt – wer diese Vielfalt im Zaun halten will, sollte die Hände regelmässig 30 Sekunden lang mit Seife waschen. Dazu haben Interessierte gleich hinter dem Eingang des Museums Burghalde Gelegenheit. Dort steht ein orientalischer Brunnen unter einem Baldachin für sie parat. Das Wasser, das aus den zahlreichen Hahnen fliesst, wäscht die Spuren des Alltags weg – und erfrischt die Besucherinnen und Besucher für die Reise durch die Historie. Neun Stationen liegen vor ihnen, diese reichen von den Gewohnheiten der Steinzeit bis zur Nanotechnologie. Wer will, kann später in einem Labor sogar selber Seifen herstellen – und deren physikalische Vorzüge in Experimenten nacherleben.

Puder und Parfüm statt Wasser und Seife

© Museum Burghalde Lenzburg

Die Ausstellung illustriert spannend, wie sich die Menschen in den verschiedenen Epochen sauber hielten. Im 17. Jahrhundert beispielsweise blieb die Seife ungenützt in ihrer Schale liegen. Denn die Menschen glaubten, Wasser und Seife öffneten die Poren ihrer Haut – und machten sie deshalb anfälliger für krankmachende Mikro-Organismen. Also bevorzugten sie die Trockenreinigung: Puder und Parfums statt Wasser und Seife.

Offenbar missbilligte der Sonnenkönig Louis XIV. (1638–1715) diese Unart. Er holte sich die besten Seifensieder in sein Schloss nach Versailles und verhalf der Seife zu einer neuen Blüte. Der Regent erliess 1688 das Reinheitsgebot für Seifen: Fortan mussten seine Sieder mindestens 72 Prozent reine und fein duftende Öle mit der Lauge aufkochen. 

Der Schauplatz der Ausstellung ist gut gewählt. Sie ist in einem ehemaligen Gebäude der Lenzburger Seifi untergebracht. Dort wurden einst Kernseifen, hochwertige Toilettenseifen und Waschpulver hergestellt. Johann Rudolf Ringier gründete die Fabrik. In seiner Siederei wurden jeweils in einem Riesenkessel drei Tage lang mehrere Tonnen Rinderbalg, Schweineschmalz und Kokosfett mit Natronlauge gekocht. Gab man Kochsalz dazu, verfestigte sich ein Teil der Flüssigkeit zu Seife. Die über 125-jährige Geschichte der Firma wird mit vielen Schwarz-Weiss-Fotos nacherzählt, sie geben Einblick in den Produktionsprozess.

Kernseifen Presse um 1940
Kernseifen-Presse um 1940. © Museum Burghalde Lenzburg

An der Kasse des Museums liegen Seifen zum Verkauf. Lenzburger Rose. Lenzburger Blau. Lenzburger Wald. Lenzburger Mohn. Alle wurden in einer Manufaktur aus naturreinen Essenzen und Ölen geschaffen. Alle duften so, wie wir es von Seifen erwarten. Nach Blumen, einer Prise Natur. Und vor allem nach Sauberkeit.

Exklusive Führung: Jetzt anmelden!

Plakat Saubere Sache

Interessierte haben am Donnerstag, 19. November, die Möglichkeit, die Sonderausstellung «Saubere Sache» in der alten Seifenfabrik Lenzburg anhand einer exklusiven Führung kostenlos zu entdecken. Die Anreise nach Lenzburg erfolgt individuell, pro Führung sind maximal 20 Personen zugelassen.

Die Vermittlungspersonen organisieren die Führung so, dass den Gästen genügend Zeit bleibt, sich das Besprochene in Ruhe anzuschauen. Es steht den Besuchenden überdies frei, nach der Führung länger zu bleiben und auch im Haupthaus die Dauer- und temporären PopUp-Ausstellungen zu besuchen.

Es wird empfohlen, bei den Führungen in jedem Fall eine Schutzmaske zu tragen. Die Seifenfabrik Lenzburg hält sich an die Richtlinien des BAG und verfügt auch über ein Schutzkonzept.

1. Führung um 9.30 Uhr
2. Führung um 11.00 Uhr.

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