«Stella»(2)

Der Festtag brach an. Am frühen Morgen war die Kirche mit den schönsten frischen Blumen aus den Gärten geschmückt worden. Um zehn Uhr, nach der Messe, begann unter grossem Glockengeläut der Rundgang um die Kirche.

Voran trippelten die weissgekleideten kleinen Mädchen, von ihren eigenen Schleiern verwirrt und entzückt. Die grösseren Mädchen beteten fromm und neigten den Kopf unter ihren Papierblumenkränzen. Hoch darüber schwankte, auf blumenbestreutem Podium und unter dem alten Baldachin mit Goldfransen, die Muttergottes heran, von den vier Holzfällern auf den Schultern getragen. Sie glänzte und gleiste … Die Männer schauten ernst und ergriffen drein.

Besonders Renzo sah mit innig schwerem Blick immer wieder an der Jungfrau empor, halb verzaubert. Der nachfolgende Zug der Frauen und Männer wollte nicht enden. Er staute sich und die heilige Jungfrau musste bei der Kirchentür warten, bis sie wieder Eingang fand. Unter den Frauen war auch Stella mit ihrer Tante Fiorina zu sehen. Am Nachmittag begann der heitere Teil des Festes. Die Besucher hatten sich auf dem Kirchenplatz eingefunden, darunter der Posthalter mit Stella. Er ging unter den Leuten freundlich plaudernd herum und hielt dabei seine Tochter an der Hand wie ein Kind. Stella war städtisch gekleidet, was sie fremd und auffallend wirken liess. Alle kehrten sich nach ihr um. Auch die vier Holzfäller starrten sie an. Renzo blieb stehen. Doch Stella schien nichts zu bemerken.

Da läutete der Küster Maurilio mit einer alten Hausschelle. Er stand hinter dem Tisch, auf welchem die Gaben ausgelegt waren, und begann die Versteigerung. Die vier Italiener waren am eifrigsten dabei. Zuerst schaute man ihnen verwundert zu, wie sie sich überboten, doch dann steckte ihr Beispiel an und bald war unter Lärm und Gelächter eine wilde Steigerung im Gang. Der Brauch wollte, dass die erlangten Gegenstände nicht behalten, sondern gleich weiterverschenkt werden müssen. Da die Männer das Geld hatten und steigern konnten, wurden die Mädchen und Frauen beschenkt. Sie standen beladen mit Dingen und glücklich neben ihren Männern.

Maurilio holte die Hühner auf den Tisch. Sie waren bis jetzt im Schatten darunter gestanden, jedes in einem kleinen breitsprossigen Korb. Eine junge weisse Henne wurde ausgeboten. Renzo wollte sie haben. Er steigerte verbissen und sie fiel ihm um sechs Franken zu. Er nahm den Korb vom Tisch weg und schaute hinein. Doch im Überschwang seines Gefühls reichte er ihn sofort wieder Maurilio, er spende die junge Henne nochmals der heiligen Jungfrau. Maurilio bot sie wieder aus und wieder begann ein heftiges Wettsteigern um sie. Renzo gab nicht nach, bis die Henne ihm ein zweites Mal zufiel. Er jubelte, berauscht von einem Glück, das er wohl schwerlich hätte genauer benennen können.

Und doch, vermutlich war er seiner Regungen nicht so unbewusst, dass er himmlische und irdische Sterne verwechselt hätte. Jedenfalls sah die Sciora später, als die Versteigerung zu Ende war und sich alles verlief, dass der Korb mit der jungen Henne an Stellas Arm hing. Von da an war Renzo oft im Dorf, obschon er einen weiten Weg von seinem Arbeitsplatz her hatte. An manchen Abenden sah ihn die Sciora auf einem geliehenen Fahrrad ohne Nummer den Weg hinuntersausen. Der Weg führte nirgends anders hin als ins untere Dorf. Man sprach davon, er lungere dort auf dem Dorfplatz herum in der Hoffnung, etwas von Stella zu erspähen. Er wolle sie zur Frau, habe er gesagt, und sie wäre schon einverstanden, er sehe es ihren Augen an, aber da sei der Alte. Er wage nicht ihn zu fragen.

Die Leute meinten, er wäre fromm, einen Frömmeren als Renzo könne der Posthalter nicht finden, und auch sonst höre man nur Gutes von ihm. Er sei einer der Aufseher bei den grossen Arbeiten im Wald drüben, und also nicht der erste Beste … Man fragte sich, ob Renzo sein Ziel erreichen werde. Fast begann man darüber zu wetten. An einem Sonntag kam Renzo, das Fahrrad stossend, den Weg hinauf. Er trug eine rote Geranienblüte hinter dem Ohr. Der Sciora, die ihn bemerkt hatte, schien, sie kenne die Blüte und wisse, wo sie gewachsen war. «Schau», dachte sie, «die Sache geht doch vorwärts.»

In den nächsten Tagen hatte sie Stella eine Bestellung zu übergeben und ging zu ihr hinunter. Sie fand das Mädchen am Webstuhl, blass und in sich gekehrt. Sie wollte es nicht stören und stand bei den Blumen, um dort zu warten, bis Stella einen guten Unterbruch fände. Sie sah nach den weissen mit den roten Flammenherzen, nach den zartroten und dann nach den flammenden Geranien. Und da, an dem einen Stock, stand ein abgebrochener leerer Stängel. Die Sciora lachte ein wenig und wies auf die Narbe. Stella hielt inne im Weben, sass da wie ein kleines Mädchen und begann zu weinen. Erschrocken ging die Sciora zu ihr hin und nahm sie um die Schultern. «Was ist denn», fragte sie, «geht es nicht mit Renzo?»

Stella wischte sich die Augen und schüttelte den Kopf. «Es ist aus», sagte sie, «der Vater will nicht.» Die Sciora scheute sich, mehr zu fragen, und wartete bestürzt, ob Stella von sich aus etwas erklären würde. Das Mädchen versenkte sein Taschentuch in die Schürzentasche und sagte: «Nicht, dass ich den Renzo absolut haben wollte – wenn ich nur von hier fortkönnte.» «Das ist doch nicht unmöglich», meinte die Sciora, «es ist auch nicht unnatürlich, wenn ein Mädchen etwas anderes sehen will als Dorf und Berge.» Und sie fragte Stella, ob sie in die Stadt kommen möchte. Sie wüsste ihr eine Möglichkeit. In dem Geschäft, das Teppiche bestelle, suche man eine hübsche Weberin, die gewillt wäre, im Schaufenster zu weben, damit die Leute sehen, was Weben sei. Ob ihr das nicht gefallen würde?

Stellas Augen leuchteten auf. Sie nahm die Hand der Sciora und drückte sie ungeschickt und leidenschaftlich. «Ich könnte Ihnen nicht genug danken, wenn Sie mir helfen würden, ein wenig in die Stadt zu kommen. Ich habe ja noch nichts kennengelernt.» Sie lachte und die Sciora war verblüfft zu sehen, wie schön das Mädchen war, wenn es lachte. Bis jetzt hatte sie Stella nur ernst gesehen, kaum ein Lächeln war über ihr Gesicht geflogen. «Und der Vater?», fragte die Sciora. Stellas Gesicht erlosch. «Er wird nichts dagegen haben können, er ist ja nur gegen die Heiraten. Ich bin erwachsen, ich kann mein Brot verdienen, wenn man mir zu einer Stelle verhilft. Was kann er dagegen haben?», sprach sie sich zu. «Gehen wir ihn gleich fragen», schlug die Sciora vor, um die Sache ins Rollen zu bringen, über deren Ausgang sie nicht so sicher war.

Der Posthalter sass im Postbureau und rechnete. Die Frauen entschuldigten sich, ihn zu stören, aber es sei wegen etwas Wichtigem. Und die Sciora brachte den Vorschlag vor. Während sie noch sprach, fiel ihr der böse Glanz seiner Augen auf, der im Widerspruch stand zu seinem freundlichen Lächeln, das ihn nicht verlassen hatte. Er strich sich den weissen, vollen Schnurrbart zurück, dass man seine Lippen sah, und räusperte sich, bevor er sagte: «Stella bleibt hier.» Voll Bedauern schaute die Sciora nach dem Mädchen, doch wie erschrak sie, als sie dessen Gesicht sah. Es war wie aufgerissen, der Mund verzogen, die Nasenflügel gebläht und die Augen – ja, das waren Tieraugen!

Einst war die Sciora dazugekommen, wie Knaben mit Stöcken eine Katze zu Tode schlugen. Das Tier konnte nicht mehr gehen, aber in seinen Augen hatte sich alles Leben zusammengepresst, das noch in ihm war. Es hatte die Sciora angesehen: Lebenswut und Todesangst waren im Blick gelegen. Das stand auch in den schwarzen Augen der Stella. Und nun stürzten die Worte aus ihr. «Ich bleibe hier … ich bleibe hier … meint Ihr? Nein, ich gehe. Seit Jahren sitze ich hier und arbeite für Euch. Was tut Ihr den ganzen Tag? Nichts. Ich arbeite, bis mir die Hände weh tun. Was kümmert es Euch? Wenn Ihr nur das Geld bekommt.»

«Schweig sofort», sagte der Alte. Er stand zitternd hinter seinem Stuhl, an dessen Lehne er sich hielt. Die Sciora hob angstvoll die Hände, wie um die beiden auseinanderzuhalten. Doch Stella fuhr fort: «Das Geld für meine Aussteuer, wollt Ihr sagen? Aber gönnt Ihr mir denn einen Mann? Etwa den Pietro, der mich schon vor sechs Jahren genommen hätte, als ich noch wenig verdient hatte, oder den Benno … den Eugenio …» Sie schrie einen Namen nach dem andern immer lauter und kreischender, bis sich die Stimme in ein Lachen überschlug: «Etwa den Renzo, den jede Frau haben möchte, vor dem jede zittert – und der mich gewählt hatte … Welchen gönnt Ihr mir?»

«Schweig!», keuchte nochmals der alte Mann, dessen Unterkiefer auf und ab schlug. Die Sciora fand, dass er aussehe wie ein Nussknacker. Sie war so erregt, dass sie nicht mehr wusste, ob der Moment komisch sei oder tragisch. Sie versuchte etwas zu sagen, das die zwei hätte beruhigen sollen, aber diese hörten gar nicht zu. Unter Lachanfällen und trockenen Schluchzern schrie Stella weiter: «Wenn Ihr nur’s Geld habt, das Übrige ist Euch gleichgütig, wie ich mich quäle, nachts, allein im Bett, wie ich mich wälze und der Leib mir brennt …»

«Schweig», brüllte der Alte und schlug schnell ein Kreuz. Mit der gleichen Hand holte er weit aus und hieb der Stella damit ins Gesicht. Diese wimmerte auf und stürzte langsam und weich zu Boden. Sie hatte das Bewusstsein verloren. Die Sciora rannte in die Küche, die danebenlag, und holte Wasser. Damit begoss sie das arme schöne Gesicht, das mitten in der Unordnung der langen Haare still und blass dalag. Stella kam bald zu sich. Sie hielt sich den Kopf und klagte: «Wie kam das nur?»

Da erschien der Vater auf der Schwelle mit einem grossen Schlüssel. «Marsch», herrschte er das Mädchen an. Stella stand gehorsam auf, ging dem Vater voraus, die Treppe hinauf. Die Sciora hörte, wie oben eine Türe aufgemacht und dann mit dem Schlüssel abgeschlossen wurde. Der Alte kehrte freundlichen Gesichtes zurück. Er bat die Sciora, sie möge entschuldigen, Stella habe oft solche Anfälle. In der letzten Zeit häufiger. Er schliesse sie dann ein, bis es besser gehe. Man wisse im Dorf nichts davon und er bitte, die Sciora möge auch schweigen. Diese Anfälle seien der Grund, warum er sie hierbehalten müsse und nicht heiraten lasse.

Die Sciora war von dem Erlebten mitgenommen. Sie ging rasch fort. Unterwegs überdachte sie, was sie gesehen und gehört hatte, und mit Schrecken begriff sie, dass ein grosses Unrecht an dem Mädchen seit Jahren geschehe. Das war wohl nicht nur Frömmigkeit, was den Alten verhinderte, seine Tochter zu verheiraten, das sah viel mehr aus wie Habsucht und Eigennutz. Das Märchen vom bösen Vater, da stand es lebendig vor ihr. Sie kam in Zorn gegen diesen alten scheinheiligen Fuchs, sie wollte ihn anzeigen, ihm die Polizei ins Haus schicken, etwas musste doch geschehen, man konnte das Mädchen diesem hartherzigen Menschen nicht überlassen.

Aber wen gingen diese Dinge etwas an? Das Mädchen war volljährig. Es brauchte ja nur fortzugehen. Und hatte sie sich nicht heute schon in die Sache gemischt, die nicht die ihre war, und damit Unheil heraufbeschworen? Zudem – wusste man alle Hintergründe, alle? Gab es nicht noch etwas hinter dem, was sie heute miterlebt hatte? Bis sie zu Hause war, hatte sie sich beruhigt und sich vorgenommen, sich nicht um diese Angelegenheit zu kümmern. Sie ging von da an selten ins Haus des Posthalters und vermied es, mit ihm zusammenzutreffen. Mit Stella sprach sie nur mehr über ihre Weberei. Das Mädchen war wieder still und schweigsam wie früher. Es arbeitete fleissig und schien ruhig. Renzo sah man nicht mehr.

Weinberg, Bewegung und frische Luft

Im nächsten Sommer fiel der Sciora eine grosse Veränderung an Stella auf. Sie staunte über ihre Schönheit. Unter der dunkeln Haut schimmerte das Blut, der Mund war weich und voll, die Schläfe gerundet. In ihrem Blick glänzte etwas Neues. Sie sah zum ersten Mal, dass Stellas Augen nicht schwarz waren, sondern dunkel achatfarbig getupft und dass ihr Nacken ebenso stolz war wie sanft. Sie sagte sich, es sei vielleicht wirklich das Richtige für das Mädchen, hier still im Hause des Vaters zu leben. Stella, danach gefragt, meinte, ja, sie sei zufrieden. Der Vater habe recht. Es sei für sie am besten hier. Im letzten Jahr sei sie nur müde gewesen von zu vielem Weben. Jetzt gehe sie oft in den Weinberg und das bekomme ihr gut. Bewegung. Wenn es nur das war, dachte die Sciora, so war ja das Theater damals wirklich überflüssig. Nie mehr wolle sie sich auf Mädchenlaunen einlassen und sich in dumme Dinge mischen, die sie nichts angehen.

Was in der Stadt gelte, gelte eben hier nicht. Stella sehe schöner aus denn je und sage, sie sei zufrieden. Mehr kann man nicht wollen. Die Rebberge liegen draussen vor dem Dorf. Es sind die letzten des Tales. In Terrassen steigen sie den Berg hinan, durch Mauern gestützt, voneinander getrennt und erwärmt. Etwa geht ein schmaler Weg tief zwischen zwei Mauern in vielen Windungen durch die Weingärten und führt weiter oben in den niederen Wald von Haselbüschen und Birken. Es wird nicht viel gearbeitet und auch nicht viel geerntet in diesen Rebbergen. Sie liegen zu hoch, der Sommer ist zu kurz und die Mühe bringt keinen Lohn. Nur die Reben des Posthalters waren von jeher gepflegt, denn er liebt seinen eigenen Wein zu trinken. Bis jetzt hatte er selbst die Reben besorgt, nun tat es also Stella.

Wenn die Sciora auf Gängen an diesen Rebbergen vorbeikam, musste sie an sie denken. Sie wunderte sich nicht, dass die Arbeit ihr geholfen hatte, ihren schwermütigen Zustand zu überwinden. Sie wusste, nicht nur die Bewegung und die frische Luft waren es, aber die Arbeit am Boden selbst und das Leben der Erde, das ruhevoll in Wellen auch den Menschen durchdringt und kräftigt, der sich zu ihr neigt. Und doch, sie fühlte, das war nicht alles … In einem der engen, krummen Wege der Rebberge, ferne vom Dorf, erblickte sie einst im Vorübergehen zwei Gestalten.

Sie standen hoch nebeneinander, aufrecht und ohne sich zu berühren, aber doch einander innig zugewandt. In dem kurzen Augenblick spürte die Sciora, dass die beiden Menschen sich gehörten. Da haben sich zweie lieb, dachte sie, aber unter dieser freundlichen Feststellung stieg in ihr die ängstliche Frage auf, ob denn die Frau nicht Stella gewesen sei … und der Mann? Das war doch der junge Pfarrer! … Was soll denn daraus werden?, dachte sie beklommen.

Einige Zeit später sprang im unteren Dorf die grosse Glocke zum Glockenstuhl des Kirchturms hinaus. Zum Glück hatte sie niemanden erschlagen. Sie lag, beschädigt, vor dem Brunnen auf dem Kirchplatz. Es war fraglich, ob sie an ihren alten Ort würde verbracht werden können. Bis die Experten darüber entschieden hätten, konnte nur die kleine Glocke geläutet werden. Sie tönte hart, wie ein Armensünderglöcklein, man hörte sie bis ins obere Dorf hinauf.

Ein Unglück kommt selten allein. Bald darauf hiess es, der junge Herr Pfarrer vom unteren Dorf habe plötzlich nach Rom verreisen müssen und in seiner Kirche dürfe keine Messe gelesen werden, bis der Bischof sie neu geweiht habe. «Warum?», fragten die Kinder. Sie bekamen keine Antwort. «Und was sich zweiet, dreiet sich», prophezeite Ermano, der die Gabe der Voraussicht besitzt. Eines Morgens hörte die Sciora im Nachbarhaus der Fiorina schreien. Es waren Schreie wie von einem Kind, das gezüchtigt wird. Sie horchte hin und hörte auch wirklich Schläge. Das befremdete sie, denn es war am Ort nicht Brauch, die Kinder zu schlagen, auch wohnte Fiorina ganz allein im Haus.

So ging die Sciora hinüber, um zu sehen, was da vor sich gehe. Sie fand die alte Fiorina in ihrer Küche auf niederem Stuhl am Herd sitzen und Schreie ausstossen, die mit ihrer sonstigen Stimme keine Ähnlichkeit hatten. Dazu schlug sie die Hände heftig zusammen und warf den Kopf nach hinten. Tränenströme liefen aus ihren Augen, das eine Augenlid war schon ganz verschwollen und verklebt und hing auf ihre Wange herunter. Erschrocken fragte die Sciora, was los sei, warum sie klage. Die Alte wiederholte zwischen spitzigen Schreien ununterbrochen dieselben Worte. «Barmherziger Gott, mein Bruder, barmherziger Gott … barmherziger Gott, mein armer Bruder, barmherziger Gott …»

«Was denn, was denn?», drang die Sciora in sie, «ist etwas geschehen?» Und sie erfuhr stückweise, es sei der Fiorina eben berichtet worden, man habe Stella tot im Bach aufgefunden … Sie sei in der Nacht nicht nach Hause gekommen, man habe sie gesucht. Bei der hohen Brücke müsse sie einen Fehltritt getan haben … man sehe, dort sei sie ausgeglitten und abgestürzt.

«Tessiner Geschichten»

Portrait der Schriftstellerin Aline Valangin

© Limmat Verlag

Aline Valangin (1889-1986), aufgewachsen in Bern. Ausbildung als Pianistin. Verheiratet mit dem Anwalt Wladimir Rosenbaum. Im Zürich der Dreissigerjahre empfing und betreute sie in ihrem Haus Emigranten und Künstler. Tätigkeit als Psychoanalytikerin, Publizistin und Schriftstellerin. Befreundet mit Ignazio Silone und in zweiter Ehe verheiratet mit dem Komponisten Wladimir Vogel. Ab 1936 lebte sie im Tessin in Comologno und Ascona.

Die «Tessiner Erzählungen» erschienen in zwei Bänden: «Geschichten vom Tal. Neun Geschichten aus dem Onsernone» (1937) und «Tessiner Novellen. Sechs Geschichten aus dem Onsernone» (1939). Den Text «Zu diesem Buch» hat Aline Valangin für die Neuauflage 1981 der «Tessiner Novellen» geschrieben.

Typographie und Umschlaggestaltung von Trix Krebs
© 2018 by Limmat Verlag, Zürich
ISBN 978-3-85791-849-0
Umschlagbild: Linolschnitt von Clément Moreau / Carl Meffert, Frau am Brunnen, um 1934

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