© Jessica Prinz

«Das Hauptproblem ist die Einsamkeit»

Warum macht man sich im hohen Alter nochmals auf die Suche nach einer neuen Partnerin oder einem neuen Partner? In der Rubrik «Herzensdinge» erzählt Thomas Schärer über die Liebe und das Leben, seine Sehnsüchte und die Einsamkeit.

Von Jessica Prinz

«Zu zweit ist es einfach schöner» sagt Thomas Schärer überzeugt. Der 82-Jährige hat sich deswegen entschlossen, über ein Zeitlupe-Inserat eine neue Partnerin zu suchen. Eine helfende Hand, die ihn beim Segeln in Südfrankreich unterstützt. Eine Hand, die er beim Spaziergang auf der Alp Flix in Graubünden festhalten kann. Eine, die sich von ihm auf die Tanzfläche führen lässt – egal ob zu Hause in Rothrist oder auf Schärers geliebtem Munotball in Schaffhausen, wo er aufgewachsen ist.

Thomas Schärer ist weit gereist. Als junger Mann arbeitete er in den Vereinigten Staaten, später organisierte der zweifache Vater mit seiner langjährigen Partnerin viele Reisen in ferne Länder. Einmal führte es die beiden sogar vier Monate lang rund um die Welt. In Indien sei er gewesen, in Thailand, in Australien. Doch nirgends sei es so schön, wie auf der Alp Flix. Diese Schönheit will er nun wieder mit jemandem teilen.

Es sei nicht einfach, eine Frau zu finden, die sich in diesem Alter noch mit ihm aufs Meer wagen wolle, meint Schärer. Und schliesslich gebe es auch nicht viele über 80-Jährige, die noch so fit seien wie er. Weil ihm die Einsamkeit aber doch zu schaffen macht, will er nun nochmals einen Versuch wagen und hofft eine Frau zu finden, mit der er den Alltag teilen und unterhaltsamer gestalten kann.


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  • Theres Früh/ Daisy sagt:

    Danke für die berührende Geschichte von Thomas Schärer. Ja, das liebe und doch so wertvolle, manchmal einsame Alter. Mich dünkt, dass gerade Männer sehr viel mehr Mühe haben mit dem alleine leben. Ich bin eine Frau, Seniorin, auch Single und empfinde dies nicht so massiv einschneidend. Wir Frauen sind da offenbar im Vorteil, dass wir
    ausgefüllter sind, mehr noch in Aufgaben eingebunden sind (und die mit Enkelkindern gesegnet sind) durch diese viel bereichernde Zeit im Lebensherbst erfahren dürfen. Sicher sehne auch ich mich manchmal nach Nähe, Wärme, nach in den Arm genommen zu werden, Austausch mit einem Partner zu haben, zu zweit zu reisen, ein Fest zu feiern usw. Vielleicht treffe ich noch auf ein spätes «Herzblatt», das den Stürmen des Lebens stand gehalten hat, gereift ist wie guter, edler Wein. Es kann, muss aber nicht sein…

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