Unterwegs auf dem Lismischiff

Zopf, Raute, Patent. Strickmuster gibt es unendlich viele, doch eines haben sie gemein: Sie alle machen glücklich. An Bord des Zeitlupe-Lismischiffes ganz besonders.

Fotos: Ethan Oelman, Text: Roland Grüter

Punkt 15.15 Uhr geht die Fahrt ins Glück los. An Bord der MS «Rigi» legen über 200 Hobbystrickerinnen ihre Wollknäuel auf den Tisch und lassen beschwingt ihre Stricknadeln klappern. Wie ein grosses Orchester geben die Frauen dem Kapitän den Takt vor. Zwei links, zwei rechts und zwischendurch geradeaus. Sie sitzen an Bord des ersten Lismischiffes der Zeitlupe. Dieses sticht am 24. April in die Wellentäler des Zugersees. Mag der Föhn draussen noch so blasen, die Lismifrauen lassen sich kein bisschen beirren. Überall Gelächter und Plaudereien. «Hallo. Guten Tag. Schön, dich kennenzulernen. Was strickst du denn da Schönes?» 

Mittendrin im Gewusel steht Margrit Steinhauser, sie hat vor 60 Jahren in Baar ZG ihr Wollen & Bébéhaus gegründet und kennt die Maschenkunst wie kaum eine andere. Eigentlich wollte sie anderen Frauen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Nun aber wird der Verkaufstisch der 86-Jährigen regelrecht gestürmt. «Ein weiteres Zeichen dafür, wie populär Stricken gerade wieder ist – auch bei jungen Menschen.»

Zita Beutler hat die Leidenschaft schon vor Jahren befallen. Sie trifft sich mit ihren Freundinnen jeden Dienstag in Seewen SZ zum gemeinsamen Stricken. Auch Ursula Trueb (86) strickt gern. Sie ist daran, einen Mohairknäuel in einen Schal zu entwirren. An der grünen Strickjacke, die sie trägt, hat sie drei Jahre gearbeitet. «So lange?», staunt die Tischnachbarin und lacht. «Schau zu, dass dein Schal schneller fertig wird.» 

Vielleicht schafft sie ihr Werk bis zum zweiten Zeitlupe-Lismischiff zu Ende zu bringen. Denn nach der erfolgreichen Premiere und den vielen positiven Rückmeldungen steht fest: Die Reise geht weiter. Wann und wo, erfahren Sie in diesem Magazin.