© Fabian Rottmeier (Januar 2020)

Zauberhaft: die Eiswelt am Oeschinensee

Im Sommer wollen alle zum Oeschinensee hoch. Dabei lohnt es sich im Winter fast noch mehr. Ein Spaziergang auf dem zugefrorenen, zugeschneiten Bergsee auf 1600 Metern hat einen besonderen Reiz.

Blick über den zugeschneiten Oeschinensee ob Kandersteg
Die einen sind am Spazieren, die anderen am Eisfischen: Sonntagnachmittag auf dem Oeschinensee. / © Fabian Rottmeier

Text: Fabian Rottmeier

Eines gleich vorweg: Wer Sonne tanken will, ist im Januar und Februar am Oeschinensee am falschen Ort. Die Bergkuppen sind beleuchtet, der Wanderweg zum See zu gewissen Stunden auch, aber die meiste Zeit liegt der Seekessel im Schatten. Es kann kalt werden. Nicht umsonst ist der 56 Meter tiefe, 1,6 Kilometer lange und 1 Kilometer breite See im Winter oft bereits früh zugefroren.

Aber: Dieses Schattenloch hat im Winter etwas Gewaltiges, Besonderes. Der See wirkt riesig, wenn man ihn auf einem der beiden «Ice Walks», wie die beiden Winterwege auf dem See heissen, betritt. Der kürzere dauert 25 Minuten, der längere 45 Minuten. Und wo sonst kann man auf einer dicken Eischicht, die meist von Schnee bedeckt ist, fast eine halbe Stunde lang auf eine Felswand zugehen, die 2000 Meter in die Höhe ragt. Die Blüemlisalp-Bergkette ist furchteinflössend steil.

Blick über den zugeschneiten Oeschinensee ob Kandersteg und die Blüemlisalp
2000 Meter hoch gehts vom Seespiegel zur Blüemlisalp-Bergkette. / © Fabian Rottmeier (Januar 2020)
Faszinierend: Eingefrorene Luftblasen unter der Eisdecke.
Faszinierend: Eingefrorene Luftblasen unter der Eisdecke. / © Fabian Rottmeier (Januar 2020)

Ein grosses Plus dieser Winterwanderung: Obwohl man sich am Ende in einer scheinbar abgeschiedenen Welt wiederfindet, ist sie auch für Menschen mit beschränkter Geh-Ausdauer gut erreichbar. Mit der Gondel fährt man von Kandersteg hoch und spaziert in rund 35 Minuten auf einem gut markierten Winterwanderwag zum Oeschinensee runter. Auf dem Rückweg hat man die Option, einen andere Route zu nehmen, die rund 45 Minuten dauert. Alleine wegen des folgenden Fotosujets lohnt sich diese Variante:

Auf dem Rückweg via Läger wartet ein toller letzter Blick über den See.
© Fabian Rottmeier (Januar 2019)

Wer sich auf den See wagen möchte, kann sich an der Gondelbahn (oder auf deren Website) über die aktuelle Sicherheitslage informieren. In der Regel ist die Eisschicht im Winter jedoch genügend dick. Schliesslich ist der Oeschinensee auch ein beliebtes Ziel für Eisfischer. Doch auch für Menschen, die sich nicht aufs Eis getrauen, lohnt sich ein winterlicher Ausflug an den See. Der Blick von der Terrasse des Berghotels Oeschinensee ist wunderschön.

Info-Service

Anreise: Vom Bahnhof Kandersteg zur Talstation der Gondelbahn sind es rund 20 Minuten zu Fuss. Die Gondelbahn fährt täglich.

Winterwanderweg «Oeschinensee-Rundweg»
Hinweg: Gondelbahnbergstation Oeschinen–Oeschinensee: 35 Gehminuten, 110 Höhenmeter
Rückweg: Oeschinensee–Läger–Gondelbahnbergstation Oeschinen: 45 Minuten, 110 Höhenmeter. Einen detaillierten Beschrieb gibt es hier: https://www.schweizmobil.ch/de/winterwandern/wege/route-0780.html?nopager

Infos zu den Winterwanderwegen und deren Zustand: https://www.oeschinensee.ch/

Eine Panoramakarte als PDF zum Herunterladen gibt es hier.

Live-Webcam mit Blick über den Oeschinensee:
https://www.oeschinensee.ch/webcams-2/

© Gondelbahn Kandersteg-Oeschinensee AG

Ideal gelegen: das Berghotel Oeschinensee

Seit 1892 gibt das Berghotel Oeschinensee den Blick auf den bekannten Berner Bergsee preis. Es ist der ideale Ort, um sich von der Kälte im Schatten aufzuwärmen oder – je nach Uhrzeit und Monat – auf der Terrasse ein paar Sonnenstrahlen und das Panorama zu geniessen.

Die Wintersaison des Berghotels dauert noch bis am 15. März. Es ist täglich geöffnet von 9.15 bis 16.30 Uhr.

Mehr Infos: www.berghotel-oeschinensee.ch