Eng und verschachtelt: Die Altstadt Portos mit ihren schmalen Gassen lädt zum Entdecken ein.© Lucie Debelkova/Huber-Images

Portugals Perle

Die Stadt Porto hat viel zu erzählen 

Die charmante Stadt Porto erwacht zusehends aus dem Dornröschenschlaf. An jeder Ecke erzählt sie Geschichten aus ihrer langen Historie. Auf der Zeitlupe-Leserreise lernen Sie deren Schönheiten und Attraktionen kennen. 

Text: Roland Grüter

Noch sind die Gassen von Porto menschenleer, der Douro fliesst in aller Stille dem Atlantik entgegen. Im Schein der aufgehenden Sonne erinnert der Fluss an einen silbernen Faden. An seinem linken Ufer liegt die Neustadt mit ihren berühmten Portweinkellereien, die Vila Nova de Gaia. Diese haben der Stadt viel Ruhm und Geld beschert. Die Altstadt mit ihren schmalen Häusern füllt die andere Uferseite. Verbunden sind Alt und Neu durch das Wahrzeichen der Stadt, die Ponte Dom Luís I. Die schmiedeeiserne, genietete Fachwerkbrücke spannt sich in 60 Meter Höhe über den Douro. Das Bauwerk erinnert nicht zufällig an den Eiffelturm in Paris. Ein Weggefährte des Turm-Erbauers hat die Brücke errichtet, Architekt Théophile Seyrig.

Der Atem der Geschichte 

Dieses Stahlkonstrukt und andere Attraktionen lernen Sie auf der Zeitlupe-Leserreise kennen – sie dauert acht Tage und führt durch die schmalen Gassen der Stadt, aber auch hinaus aufs Land – dort wo das Wunder Portugals zu wirken begann.

Am frühen Morgen lässt sich der Charme von Porto am besten erfassen. Das historische Zentrum ist kleiner als jenes von Lissabon, der Hauptstadt Portugals, mit der Porto seit Jahrhunderten in Konkurrenz steht. Die Wege sind kürzer, die Häuser bescheidener, die Patina an den gekachelten Hausfassaden sichtbarer. Der Tourismus begann viel später durch ihre Gassen zu fliessen – was den Besuch der Stadt bis heute angenehm macht. Die Freundlichkeit der Heimischen ist längst noch nicht ausgereizt. Einzig die beiden Steinfiguren vor der 900 Jahre alten Kathedrale empfangen Touristen grimmig: Sie thronen beidseits des Eingangs und erinnern an jene Schreckenszeiten, in denen auf dem Platz vor dem Gotteshaus noch Köpfe rollten. Dort wurden einst Verbrecher hingerichtet. 

Buchhandlung in Porto mit roten Treppen.
Die Treppe der Buchhandlung Lello ist einmalig schön. © Giovanni Simeone/Huber-Images

Der Atem der Geschichte ist in der Stadt überall spürbar. Fast jedes Bauwerk erzählt ein Kapitel daraus. Im 1,50 Meter schmalen Haus etwa, das sittsam zwischen zwei Kirchen – eine für Frauen, die andere für Männer – geschoben wurde, soll so manches Liebesglück geschmiedet worden sein. Unweit davon entfernt steht die weltweit schönste Buchhandlung, die Livraria Lello. «Harry Potter»-Autorin Joanne K. Rowling, die zwei Jahre in Porto gelebt hatte, hat am 150-jährigen Interieur derart Gefallen gefunden, dass sie es in ihre Werke einbaute. Und am Liberdade-Platz erzählt der Art-Nouveau-Palast an der Stirnseite eine Schicksalsgeschichte. Die ehemals reichste Familie der Stadt hat ihn erbaut. Die Töchter des Hauses sollen so hässlich gewesen sein wie die Steinmonster vor der Kathedrale, und nicht einmal der Glanz des Geldes vermochte davon abzulenken – also blieben die Damen allein. Sagt die Legende. 

Eine andere erzählt von jenem Künstler, der die 20 000 Kacheln der Bahnhofshalle handbemalt hat. Seine Werke erinnern an alte und neue Pioniertaten der Stadterbauer. Eine davon ist der Bahnhof selber. In Porto wurden Anfang des 20. Jahrhunderts die ersten Bahnlinien des Landes verlegt, um die Trauben aus den Weinbaugebieten des Hinterlands sicherer in die Weinlager der Stadt zu bringen. 

Bahnhofshalle in Porto, Portugal.
Bahnhofshalle in Porto. © Andi Graf/Pixabay

Das Venedig von Portugal 

Auch die 238 000 Einwohner verweisen allenthalben auf die Historie der Stadt und betonen, dass die Geschichte des Königreichs im Norden begründet wurde – und nicht unten im Süden, in Lissabon. Das nahe Städtchen Guimarães gilt denn auch tatsächlich als «Wiege der Nation», in der Stadt soll der erste König des Landes geboren sein. Fromme Menschen blicken derweil nach dem ebenfalls nahen Pilgerberg, auf dem die Kirche Bom Jesus de Monte mit barock-geschwungener Monumentaltreppe thront. Sie ist einer der wichtigsten Wallfahrtsorte des Landes. Die Kanäle im Städtchen Aveiro wiederum erinnern an jene Zeiten, in der in den Lagunen der Region Salz gewonnen wurde. Um das weisse Gold transportieren zu können, bauten die Menschen in Aveiro beispielsweise lange Kanäle. Der Ort gilt noch immer als das «Venedig von Portugal». 

Rabelos Boote auf dem Douro mit Altstadt von Porto, Portugal.
Rabelos Boote auf dem Douro. © Hans-Georg Eiben/Huber-Images

Langsam erwacht Porto aus seinem Schlaf. Die Boote, die auf dem Douro vor Anker liegen, füllen sich mit Menschen. Bald tuckern die Holzschiffchen ins terrassierte Dourotal. In den dortigen Schieferbergen wachsen die Reben, aus deren Früchte die besten Weine des Landes gekeltert werden, darunter die legendären Portweine. Die grüne Schatztruhe liegt nur 80 Kilometer von Porto entfernt. Auch diese wird auf der Leserreise durch den Norden Portugals erkundet – vielleicht hat die Zeitlupe-Gruppe Gelegenheit, mit einem Glas Portwein auf die Naturschönheiten anzustossen. Und auf die vielen Geschichten der Stadt. ❋

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