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Einfluss der Beitragsdauer auf die Rentenberechnung

In der März-Ausgabe des AHV-Ratgebers wurde der Einfluss von Erziehungs- und Betreuungsgutschriften auf die Höhe der Altersrente erläutert. Da die Höhe des AHV-pflichtigen Einkommens nur einer der beiden wichtigsten Bestandteile der Berechnung einer AHV-Rente ist, wird in der Folge erklärt, wie sich die Beitragsdauer als zweiter wichtiger Faktor auswirkt.

Wird eine Altersrente berechnet, so stützt sich die Berechnung nicht einfach auf die letzten Jahre ab, sondern mehr oder weniger auf das ganze bisherige Erwerbsleben. Für die Berechnung relevant sind alle Jahre ab dem Jahr, in dem man 21 wird, bis und mit dem Vorjahr der Pensionierung. Wird also eine Frau im Jahr 2020 64 Jahre alt und somit ordentlich pensioniert, so sind für ihre Rentenberechnung die Kalenderjahre von 1977 bis 2019 massgebend.

In erster Linie wird geprüft, ob die Person das ganze Jahr über in der Schweiz versichert war. Dies kann durch eine Erwerbstätigkeit in der Schweiz oder den Wohnsitz in der Schweiz erfüllt sein. Bei einer Erwerbstätigkeit ist in der Regel auch gleich die Beitragspflicht erfüllt, da auf dem Einkommen die AHV-Beiträge abgezogen werden. Bei Personen, die in einem Kalenderjahr nicht gearbeitet haben, jedoch in der Schweiz wohnhaft waren, muss entweder der Ehegatte die doppelte Beitragspflicht erfüllt haben, es müssen Erziehungsgutschriften angerechnet werden können oder die Person hat die AHV-Beiträge selbst als sogenannte «Nichterwerbstätige» bezahlt.

Einfacher, als man denkt

Das tönt jetzt vielleicht etwas kompliziert, ist aber auf den Einzelfall angewendet einfacher zu verstehen. Nehmen wir als Beispiel eine Familie mit zwei Kindern, die in der Zwischenzeit erwachsen sind. Nach der Geburt des zweiten Kindes hat die Ehefrau die Erwerbstätigkeit vorübergehend eingestellt, um sich um die Kinder zu kümmern. Da sie in der Schweiz wohnt, ist sie hier in der AHV versichert. Da ihr Mann in einem 100%-Pensum arbeitet, ist davon auszugehen, dass er die Beitragspflicht für sich und seine Frau erfüllt. Somit sind beide versichert und haben auch die Beitragspflicht erfüllt.

So wird nun jedes Jahr bei der Berechnung durchgegangen. Natürlich passiert dies automatisch durch ein Berechnungsprogramm, das die persönlichen Daten geliefert bekommt wie das Heiratsdatum, das Geburtsdatum der Kinder sowie die verbuchten Einkommen auf dem individuellen Konto beider Ehepartner.

Kann so festgestellt werden, dass die Beitragspflicht in allen Jahren erfüllt wurde, handelt es sich um eine sogenannt lückenlose Beitragsdauer. Für den Fall, dass Beitragslücken bestehen würden, weil beispielsweise ein Auslandjahr eingelegt wurde, könnten diese gegebenenfalls mit Jugendjahren gefüllt werden. Als Jugendjahre gelten die Jahre zwischen 18 und 21. Ist man bereits mit 18 erwerbstätig, weil man z.B. eine Lehre gemacht hat, zahlt man bereits Beiträge in die AHV. Ohne Lücken würden diese nicht zum Tragen kommen.

Auch hier ist es glücklicherweise so, dass die Ausgleichskassen bei der Berechnung alle möglichen Varianten zur Lückenfüllung prüfen, um das Optimum für die Person herauszuholen. Können trotzdem nicht alle Lücken gefüllt werden, bedeutet dies leider eine anteilsmässige Kürzung von 1/44 pro fehlendes Beitragsjahr des Rentenbetrags. Dies auf der Maximalrente, der Minimalrente oder allen Beträgen dazwischen. Dies ist auch der Grund, weshalb die Minimalrente nicht pauschal mit einem Frankenbetrag ausgewiesen werden kann, sondern immer abhängig vom individuellen Lebenslauf ist.Sie sehen, der Rentenbetrag hängt von vielen Faktoren ab und ist sehr individuell. ❋